Klageverfahren um Hinkley Point C: Ungarn und die Slowakei wollen vor Gericht für britische Atom-Subventionen streiten
ID: 1294549
darin bestätigt, dass auch andere EU-Staaten Atomsubventionen nach
dem Vorbild des umstrittenen AKW-Projektes Hinkley Point C nutzen
wollen. Dies lässt sich aus der neuen Nachricht schließen, dass neben
Großbritannien auch die Slowakei und Ungarn die EU-Kommission im
Klageverfahren um milliardenschwere britische Atombeihilfen
unterstützen wollen. Alle drei Staaten haben in den vergangenen Tagen
Anträge gestellt, als Streithelfer in das Verfahren aufgenommen zu
werden, wie das zuständige Gericht der Europäischen Union mitteilte.
Vor dem Luxemburger Gericht klagt Greenpeace Energy zusammen mit
weiteren Unternehmen gegen die von der EU-Kommission genehmigten
Subventionen für das geplante AKW Hinkley Point C in Südwestengland.
"Dass die Slowakei und Ungarn ins Verfahren einsteigen wollen,
belegt, wie sehr Hinkley Point C als Blaupause für weitere
Atomprojekte in der EU verstanden wird", sagt Sönke Tangermann,
Vorstand bei Greenpeace Energy. Die Slowakei plant am Standort
Bohunice den Bau eines neuen Druckwasserreaktors mit einer Leistung
von 1,7 Gigawatt, Ungarn will mit Paks II zwei neue Reaktoren
russischer Bauart realisieren. EU-weit sind derzeit mehr als ein
Dutzend weitere AKW-Projekte in Planung - unter anderem auch in Polen
und Tschechien. Die tschechische Regierung erwägt laut
Medienberichten von gestern ebenfalls, sich als Streithelfer für die
britischen Atomsubventionen zu engagieren.
Würden die britischen Beihilfen für rechtmäßig erklärt, könnten
andere EU-Staaten ähnliche Finanzierungsmodelle anwenden - und so
ihre AKW-Pläne überhaupt erst verwirklichen. Die britische Regierung
verspricht den Betreibern von Hinkley Point C neben umfangreichen
Kreditgarantien und weiteren Absicherungen vor allem eine feste
Einspeisevergütung für den in Hinkley Point C produzierten Atomstrom.
Diese Garantie-Vergütung liegt weit über dem Marktpreis und summiert
sich über die Laufzeit von 35 Jahren auf mehr als 100 Milliarden
Euro, die letztlich der Steuerzahler aufbringen muss.
Weil diese hohen Subventionen den Energiemarkt in Europa zu Lasten
anderer Anbieter verzerren, hat Greenpeace Energy zusammen mit der
oekostrom AG aus Österreich sowie acht deutschen Stadtwerken dagegen
im vergangenen Juli vor dem Gericht der Europäischen Union geklagt.
"Die Richter entscheiden in diesem Verfahren auch darüber, ob die
ebenso gefährliche wie unwirtschaftliche Atomkraft in zahlreichen
EU-Staaten hochsubventioniert wiederauferstehen darf", sagt Sönke
Tangermann.
Die Klage von Greenpeace Energy versammelt indes immer mehr
ideelle Unterstützer: 145 Unternehmen, Verbände und Institutionen
teilen inzwischen offiziell die Kritik an den Subventionen für
Hinkley Point C und ihren möglichen negativen Auswirkungen für die
Energiewende in Deutschland und Europa. Sie haben deshalb ihre
symbolische Unterstützung für die Klage bekundet. Unter den
Befürwortern finden sich der Bundesverband Erneuerbare Energien e.V.
(BEE), der Bundesverband Windenergie (BWE), das Bündnis Bürgerenergie
e.V. (BBEn) und zahlreiche weitere Akteure aus dem Energiesektor
sowie aus anderen Branchen.
Hintergrundinfo zum Klageverfahren: Die offizielle Frist,
innerhalb derer sich betroffene Staaten und Unternehmen als
Streithelfer in das Verfahren einbringen können, endet am 4.
Dezember. Sollte ein Streithilfeantrag nach dem Ablauf dieser Frist,
aber vor dem Beschluss zur Eröffnung der mündlichen Verhandlung
eingereicht werden, hätte der Beitretende lediglich das Recht, auf
Grundlage des ihm übermittelten Sitzungsberichts in der mündlichen
Verhandlung Stellung zu nehmen. In einem gesonderten Verfahren vor
dem Europäischen Gerichtshof klagt die Republik Österreich gegen die
Genehmigung der Atombeihilfen für Hinkley Point C. Das Großherzogtum
Luxemburg hat inzwischen erklärt, Österreich als Streithelfer im
Verfahren beizuspringen. Deutschland lehnt trotz intensiver
parlamentarischer Debatten ein juristisches Vorgehen gegen die
umstrittenen Atomsubventionen generell ab.
Pressekontakt:
Christoph Rasch
Politik und Kommunikation
Greenpeace Energy eG
Telefon 040 / 808 110 - 658
christoph.rasch@greenpeace-energy.de
www.greenpeace-energy.de
Redaktioneller Hinweis: Eine Übersicht über die Verbände,
Institutionen und Unternehmen, die die Klagegemeinschaft um
Greenpeace Energy unterstützen sowie Hintergründe zu den AKW-Plänen
der Slowakei und Ungarns finden Sie unter www.no-point.de.
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.12.2015 - 10:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1294549
Anzahl Zeichen: 5032
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hamburg
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 173 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Klageverfahren um Hinkley Point C: Ungarn und die Slowakei wollen vor Gericht für britische Atom-Subventionen streiten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Greenpeace Energy eG (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Am vergangenen Donnerstag hatte das Oberverwaltungsgericht Münster den Bebauungsplan für das erst 2020 ans Netz gegangene umstrittene Kohlekraftwerk Datteln IV für unrechtmäßig erklärt. Nun zeigen neue Berechnungen des Analyseinstituts Energy Brainpool im Auftrag der Ökoenergiegenossenschaft
Greenpeace Energy kritisiert Bundesregierung für fehlende Umsetzung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU / "Die Impulse der EU-Richtline zu ignorieren, schadet der Energiewende insgesamt&q ...
Strom aus Erneuerbaren Energien leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum Erreichen derKlimaziele Deutschlands, der Europäischen Union und des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens. Um diese Ziele zu erreichen, muss Deutschland seinen gesamten Energieverbrauch spätestens 2040 (besser 2035) vol
Positives Jahresergebnis 2020 / Greenpeace Energy geht gut aufgestellt in bevorstehenden Namenswechsel ...
Der Ökoenergieanbieter Greenpeace Energy hat trotz Corona-Krise ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich. Die Energiegenossenschaft, die sich im Herbst in Green Planet Energy umbenennen wird, konnte im Jahr 2020 rund 22.000 neue Strom- und Gas-Kund:innen hinzugewinnen und versorgt inzwischen me
Weitere Mitteilungen von Greenpeace Energy eG
DC-Axial-Hochleistungslüfter der 119 x 119 mm Klasse ...
Geringe Abmessungen und hohe Bauteildichte stellen bei modernen Geräten hohe Anforderungen an die Wärmeabfuhr. Kompakte leistungsstarke Lüfter sind hier die Lösung. Der Lüfterspezialist ebm-papst bietet nun mit dem 4300 N (Bild) einen neuen Hochleistungslüfter, der Maßstäbe setzt: Eine bis
Bayerns Schattenseite ...
NEUERSCHEINUNG, Robert Schlaug, BAYERNS SCHATTENSEITE Flächenverbrauch ohne Ende? 1. Auflage, 2015, 148 Seiten, 128 Abb., Hardcover Verlag PH.C.W. Schmidt, Neustadt, ISBN 978-3-87707-977-5, ? 29,90. Soeben erschienen! Bayern ist Spitzenreiter im Flächenverbrauch. Täglich werden ca. 18 Hekta
Einfachheit exportiert: E WIE EINFACH startet mit Stromangebot im österreichischen Markt ...
(Köln) Schlanke Strukturen, einfache Produkte und eine hohe Servicequalität - mit diesen Prinzipien und dem Kernwert "Einfachheit" ist E WIE EINFACH bereits seit 2007 im deutschen Markt erfolgreich. Mit Dezemberbeginn baut der Kölner Strom- und Gasanbieter dieses Erfolgsmodell nun aus u
Delta Electronics baut seine Marktposition in Osteuropa aus ...
Delta Electronics, ein weltweit führender Anbieter von Strom- und Wärmeversorgungslösungen, konnte mit der Eröffnung von zwei weiteren neuen Standorten in Osteuropa seine führende Marktposition weiter ausbauen. Delta hat auf dem Gelände seiner hochmodernen EMEA-Produktionsstätte in der Slowa




