Rheinische Post: Kommentar: Die Lehren aus Köln
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Frauen in der Silvesternacht müssen uns wach rütteln. Die
Mehrheitsgesellschaft muss ehrlicher mit sich selbst werden. Mit den
Straftaten von Zuwanderern in Deutschland gehen wir oft zu verdruckst
um. Man nennt die Nationen nicht beim Namen, um nicht als
Ausländerfeind zu gelten. Doch das ist political correctness an der
falschen Stelle. Vielmehr müssen Behörden und Bürger die Täter sowie
ihre kulturelle Herkunft genau identifizieren können. Denn die
Ursachen der Kriminalität können wir nur bekämpfen, wenn wir sie
offen analysieren. Um es deutlich zu sagen: Selbstverständlich geht
es nicht darum, Flüchtlinge oder andere Zuwanderer unter
Generalverdacht zu stellen. Zudem sind die Umstände der Kölner
Vorfälle noch nicht hinreichend aufgeklärt, um die Täter eindeutig
identifizieren zu können. Nun Hass gegenüber Migranten zu verbreiten,
wie dies im Internet auf teils üble Art geschieht, ist völlig
verfehlt. Bei aller berechtigten Wut müssen Staat und Gesellschaft
besonnen auf solche Taten reagieren. Bisher scheint über die Taten
nur klar zu sein, dass arabischstämmige Männer gezielt und in Gruppen
Frauen am Kölner Bahnhof angegriffen, ausgeraubt und massiv sexuell
belästigt haben. Klar ist dennoch: Diese Taten stellen eine
Kriminalität neuer Art in Deutschland dar. Das Vorgehen dieser Männer
offenbart ein erschütterndes Frauenbild: Wer sich nicht verhüllt und
ohne männliche Begleitung auf die Straße geht, wird als Freiwild
angesehen. Für solche Einstellungen und Taten darf es keinerlei
Toleranz geben. Das gilt übrigens auch für jene, die meinen, im
rheinischen Karneval sei alles erlaubt. Dass die Kölner
Oberbürgermeisterin nun Verhaltensregeln für Frauen vorstellt, wie
sie sich Belästiger bei Großveranstaltungen vom Hals halten können,
ist allerdings ein Armutszeugnis für die Sicherheitskräfte in der
Stadt. Es ist ureigene Aufgabe des Staates, die Sicherheit seiner
Bürgerinnen und Bürger zu gewähren und nicht, sie zur
Selbstverteidigung aufzurufen. Das ist wirklich erbärmlich. Die Täter
der Silvesternacht müssen so hart wie möglich bestraft werden. Wer
keinen deutschen Pass besitzt und solche Taten verübt, sollte sein
Aufenthaltsrecht damit auch verwirkt haben. Es ist egal, ob wir die
Debatte um unsere Werteordnung auf eine Leitkultur oder schlicht auf
den Rechtsstaat zurückführen. Wichtig ist, dass wir unsere Werte mit
deutlich mehr Autorität verteidigen, als wir es bislang getan haben.
Gelingt uns dies nicht, werden rechte Parteien Zulauf bekommen.
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Datum: 05.01.2016 - 19:42 Uhr
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