Mitteldeutsche Zeitung: Immer mehr Drohnen in Sachsen-Anhalt - Bald "Führerschein" nötig?
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unbemannte Flugobjekte einsetzen, registriert das Verkehrsministerium
einen sprunghaften Anstieg der ausgestellten Flugscheine im Land. Das
berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung
(Samstagausgabe). 203 Firmen schrieb das Landesverwaltungsamt im
vergangenen Jahr eine Aufstiegserlaubnis - ein deutlicher Sprung im
Vergleich zu 2014 (136) und eine Vervierfachung des Wertes von 2013.
Damit folgt Sachsen-Anhalt dem Bundestrend. Aus Gründen der
Luftsicherheit plant Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU)
nun eine deutliche Verschärfung der Flugregeln für den privaten und
den gewerblichen Gebrauch. So sollen Drohnenpiloten für gewerbliche
Zwecke künftig Kenntnisse im Luftrecht nachweisen - als Voraussetzung
für eine Lizenz. Aktuell stellt das Landesverwaltungsamt die
sogenannten Aufstiegserlaubnisse aus, künftig soll das
Luftfahrtbundesamt Führerscheine vergeben, ähnlich wie bei
Kraftfahrzeugen. Geht es nach Dobrindt, sollen zudem alle
Flugdrohnen, die schwerer als 500 Gramm sind, behördlich registriert
werden, "um den Eigentümer identifizieren zu können". Das solle auch
für privat genutzte Drohnen gelten. Außerdem sollen Flüge in
Wohngebieten grundsätzlich verboten werden. Zustimmung für Dobrindts
Vorstoß kommt vom Flughafenverband ADV, dessen Mitglieder in dem
zunehmenden Drohnenverkehr eine künftige Gefahr für die bemannte
Luftfahrt sehen. Auch der Allgemeine Deutsche Verkehrsclub (ADAC)
macht sich seit Monaten für eine solche Verschärfung stark. Innerhalb
der Lobbygruppe werden die Drohnen als Gefahr für Hubschrauber
betrachtet. Unklar ist, wie viele Drohnen tatsächlich über
Sachsen-Anhalt schweben - denn eine private Nutzung von Drohnen, die
weniger als fünf Kilogramm wiegen, ist ohne Lizenz möglich.
Bedingung: Aufsteigende Fluggeräte müssen mindestens 1,5 Kilometer
von Flugplätzen entfernt sein und dürfen nicht über
Menschenansammlungen fliegen. Dem Landesverkehrsministerium liegen
keine Zahlen zur Privatnutzung vor. Auch Unfälle mit Drohnen seien in
Sachsen-Anhalt bisher nicht registriert worden. Allerdings hatten
Abstürze außerhalb von Sachsen-Anhalt zuletzt für einen Ruf nach
schärferen Sicherheitsregeln gesorgt: Etwa beim Weltcup-Abfahrtslalom
im italienischen Madonna di Campiglio, als der österreichische Fahrer
Marcel Hirscher während des Wettkampfs hauchdünn von einer
abstürzenden Kamera-drohne verfehlt worden war. Auch vereinzelte
Verkehrsunfälle, die von Flugdrohnen verursacht worden waren, hatte
die Polizei im Jahr 2015 gemeldet. Für eine Reihe von
Wirtschaftsbranchen sind die unbemannten, kamerabestückten
Flugdrohnen indes zum wichtigen Arbeitsinstrument geworden - deswegen
schicken immer mehr Unternehmen ihre Luftroboter in den Himmel. Neben
Fotografen und Filmteams nutzen Geologen, Ingenieure und
Elektroanlagenbauer die Fluggeräte. Sicherheitsdienste wollen die
Geräte künftig für die Überwachung von Objekten einsetzen. "Für uns
sind die Drohnen unerlässlich geworden", sagt Daniel Stier, Ingenieur
aus Quedlinburg, der Zeitung. Seine Kunden im Archäologie- und
Geologiebereich verlassen sich mittlerweile auf Drohnenbilder für
ihre Analysen. Auch Großunternehmen aus der Logistikbranche
experimentieren mit unbemannten Flug-Systemen.
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Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200
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Datum: 08.01.2016 - 20:00 Uhr
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