Weser-Kurier:Über Kultur als Branche schreibt Philipp Jaklin:
ID: 1319505
nun Musiker ist, Designer, Architekt, Spiele-Entwickler, Autor,
Illustrator, Schauspieler oder Filmemacher - mehr als 1,6 Millionen
Menschen in Deutschland verdienen ihr Geld in der Kultur- und
Kreativbranche. Gemessen am Wert der Waren und Dienstleistungen, die
sie anbieten, leisten sie einen höheren volkswirtschaftlichen Beitrag
als die Chemieindustrie oder Finanzdienstleister. Die Kreativen sind
ein Wirtschaftsfaktor. Überall herumgesprochen hat sich das noch
nicht. Die Branche bekommt nicht die Aufmerksamkeit, die sie
verdient. Es gibt keine mächtigen Lobbyverbände, keine
einflussreichen Großkonzerne. Und welche Wählerklientel bedient ein
Politiker, der sich die Förderung der Kreativwirtschaft ans Revers
heftet? Mit diesem Thema lassen sich schwerlich Wahlen gewinnen.
Dennoch - oder gerade deswegen - sollte Bremen alles versuchen, mehr
Kreative anzulocken. Die Stadt hat gerade ihnen viel zu bieten: Ein
lebenswertes Umfeld, bezahlbare Mieten, kurze Wege, Subkulturen. Dass
Bremen in einer anderen Liga spielt als Berlin, ist eher von Vorteil.
Denn so manches in den kleinen Strukturen der Branche gedeiht besser
abseits der Millionenmetropolen. Nur muss der Nährboden stimmen, und
dafür braucht die Stadt vor allem eines: mehr politische Kreativität.
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Datum: 10.02.2016 - 21:09 Uhr
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