Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu den Domspatzen: Hartnäckiger Mehltau, Von Christine Straßer
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Der Pilz ist ein treffendes Bild, um zu veranschaulichen, warum die
Aufarbeitung des Missbrauchsskandals bei den Regensburger Domspatzen
sich so lange hinzieht. Wie sich der mehlig-weiße Belag über eine
Pflanze zieht, so zog sich über Jahre hinweg Schweigen durch und über
das Bistum Regensburg. Mehr noch: Opfer wurden sogar der Lüge
bezichtigt. Wie schwierig es war, sich gegen diese Blockadehaltung
durchzusetzen, welche Wunden das bei Opfern zusätzlich gerissen hat,
kann ein Außenstehender nur mutmaßen. Der Umgang mit ihnen beschämt
aber. Dass mit der Aufklärung nicht schon 2010 begonnen wurde, liegt
daran, dass der damalige Bischof Gerhard Ludwig Müller sie nicht
betreiben wollte. Dabei haben viele zugesehen, es geschehen lassen
und sich jedenfalls nicht an die Seite der Missbrauchsopfer gestellt.
Diesen Vorwurf muss sich auch die heutige Spitze der Domspatzen
gefallen lassen. Aufgestanden, um eine Aufklärung und Aufarbeitung
öffentlich zu fordern, ist dort niemand - obwohl die Gräueltaten
bekannt waren. Die Domspatzen heute leiden unter den Schlagzeilen.
Ja. Aber die eigene Führung hätte sie dem Chor ersparen können.
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Datum: 04.03.2016 - 21:46 Uhr
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