Rheinische Post: NRW-Steuerfahndung schreibt dem Informanten der Panama-Papiere Briefüber vertraulichen Kanal
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riesigen Dateien zu den weltweit diskutierten Panama-Papieren nun vom
geheimen Informanten des Journalistennetzwerkes ICIJ zu erhalten. Zu
diesem Zweck hat die NRW-Steuerfahndung einen Brief an den
Informanten mit dem Tarnnamen John Doe geschrieben. Dies bestätigte
das NRW-Finanzministerium auf Anfrage der in Düsseldorf erscheinenden
"Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe). Die Behörde habe einen Weg
gefunden, die Mail zuzustellen, hieß es. Dies kann nach Einschätzung
der "Rheinischen Post" nur bedeuten, dass ein Mitglied des ICIJ
gebeten wurde, die Mail an Doe geheim und auf einem geschützten Weg
weiterzugeben. Der dem ICIJ sehr wichtige Informantenschutz bleibt so
gewahrt.
Mit dem Brief reagierte NRW auf das am Samstag bekannt gewordene
öffentliche Angebot von Doe, er wolle mit Behörden zusammenarbeiten,
sofern man für seine Sicherheit als Informant sorge. Geld hat der
Informant ausdrücklich nicht gefordert. Dass nun aber ausgerechnet
die Steuerfahndung NRW ihn anschreibt,ist interessant: Die
NRW-Finanzbehörde hatte in der Vergangenheit mehrere Steuer-CDs
aufgekauft. Auch an den Panama-Papieren hatte NRW-Finanzminister
Norbert Walter-Borjans (SPD) wiederholt hohes Interesse signalisiert,
um Steuerbetrüger zu stellen. Das Land NRW hat auch bereits einmal
Daten der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca aus Panama für rund eine
Million Euro gekauft - die Panama-Papiere kommen auch von Mossack
Fonseca, sind aber viel umfangreicher.
Zum Hintergrund: Die in der ICIJ zusammenarbeitenden Medien haben
zwar breit über die Panama-Papiere berichtet. Die Organisation lehnt
es aber aus grundsätzlichen Erwägungen ab, die Panama-Papiere an
Behörden weiterzugeben, da deren Unterstützung nicht Aufgabe von
Journalisten sei.
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Datum: 12.05.2016 - 04:00 Uhr
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