Keine Genexperimente an der menschlichen Keimbahn
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(BPI) spricht sich gegen genchirurgische Experimente an der
menschlichen Keimbahn aus. Das macht der Verband anlässlich der
heutigen Jahrestagung des Ethikrates deutlich. Der Verband
befürwortet jedoch prinzipiell die Erforschung und die Anwendung
dieser vielversprechenden neuen Methoden für den medizinischen
Bereich. Mit den bereits vielfach angewandten Methoden der
Genomchirurgie wird in bislang nicht erreichter Weise recht präzise
die genetische Information von Organismen verändert.
"Zum gegenwärtigen Zeitpunkt halten wir genchirurgische
Experimente an der menschlichen Keimbahn für ethisch nicht
vertretbar", sagt Dr. Norbert Gerbsch, stellvertretender
Hauptgeschäftsführer des BPI. "Die neuen Methoden sind zwar sehr
vielversprechend, für eine Anwendung an der Keimbahn eines
menschlichen Embryos müssen jedoch zuvor schwierige experimentelle,
methodische, ethische und rechtliche Fragen offen, transparent und
kritisch diskutiert werden", betont Gerbsch weiter.
Im Gegensatz zu Keimbahnexperimenten sei hingegen die Anwendung
der Genomchirurgie bei somatischen Zellen im Grundsatz meist ethisch
unproblematisch und häufig technisch erfolgreich durchführbar. "Was
darüber hinausgeht, sollte aus unserer Sicht aktuell auch nicht
erlaubt sein", so Dr. Gerbsch. "Wir fordern ein Moratorium für
Keimbahnexperimente beim Menschen. Die Zeit des Moratoriums muss
jedoch für einen interdisziplinären Dialog auch unter Einbindung der
Wirtschaft genutzt werden. Ziel des Austausches soll sein, ethische,
rechtliche und wissenschaftliche Aspekte der Keimbahntherapie offen
zu diskutieren und den Weg für eine Gesetzgebung zu bereiten, die
gewährleistet, dass die neuen Techniken zum Wohle aller eingesetzt
werden können."
Pressekontakt:
Julia Richter (Pressesprecherin), Tel. 030/27909-131, jrichter@bpi.de
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Datum: 22.06.2016 - 10:10 Uhr
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