Studie des Öko-Instituts: Umweltabgabe als Weg aus der Mehrwegkrise – Kennzeichnungspflichten sind wirkungslos
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) http://www.nabu.de hat wegen der immer weiter steigenden Marktanteile umweltschädlicher Einwegflaschen aus Plastik die Einführung einer Umweltabgabe auf Getränkeverpackungen gefordert. Eine Materialsteuer zusätzlich zum Einwegpfand ebne den Weg aus der Mehrwegkrise. Auch würde die Abgabe Hersteller umweltbelastender Getränkeverpackungen ganz im Sinne der Produktverantwortung mehr in die Pflicht nehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Öko-Instituts im Auftrag des NABU, die heute in Berlin vorgestellt wurde.
Als völlig unzureichend für den Schutz von Mehrweg habe sich nach Auffassung der Getränkeindustrie das Einwegpfandsystem erwiesen. Mittlerweile werde bereits etwa die Hälfte aller Getränke in umweltschädliche Einwegplastikflaschen gefüllt und die Tendenz ist weiter steigend. Die Verpackungsverordnung fordert „80 Prozent Mehrweg und ökologisch vorteilhaften Einweg". Die Mineralbrunnen-Betriebe gehen davon, dass die Dicounter über nicht zurückgebrachte Einweg-Getränkeflaschen hohe Dosenpfandgewinne erwirtschaften und in die Quersubventionierung von Einweggetränken stecken. Umgerechnet auf den Literpreis koste Mineralwasser beim Discounter 13 Cent und im normalen Getränkehandel 50 Cent. „Ein Umsteuern ist dringend überfällig. Deutschland riskiert die Existenz seines europaweit bewunderten Mehrwegsystems, weil die Politik falsche Weichen gestellt hat. Das Einwegpfand hat nicht die gewünschte Lenkungswirkung entfaltet, so dass nun mit einer Abgabe gegengesteuert werden muss“, forderte NABU-Präsident Olaf Tschimpke bei der Vorstellung der Studie in Berlin.
Als völlig unzureichend für den Schutz von Mehrweg habe sich nach Auffassung der Getränkeindustrie das Einwegpfandsystem erwiesen. Mittlerweile werde bereits etwa die Hälfte aller Getränke in umweltschädliche Einwegplastikflaschen gefüllt und die Tendenz ist weiter steigend. Die Verpackungsverordnung fordert „80 Prozent Mehrweg und ökologisch vorteilhaften Einweg". Die Mineralbrunnen-Betriebe gehen davon, dass die Dicounter über nicht zurückgebrachte Einweg-Getränkeflaschen hohe Dosenpfandgewinne erwirtschaften und in die Quersubventionierung von Einweggetränken stecken. Umgerechnet auf den Literpreis koste Mineralwasser beim Discounter 13 Cent und im normalen Getränkehandel 50 Cent. „Ein Umsteuern ist dringend überfällig. Deutschland riskiert die Existenz seines europaweit bewunderten Mehrwegsystems, weil die Politik falsche Weichen gestellt hat. Das Einwegpfand hat nicht die gewünschte Lenkungswirkung entfaltet, so dass nun mit einer Abgabe gegengesteuert werden muss“, forderte NABU-Präsident Olaf Tschimpke bei der Vorstellung der Studie in Berlin.
Die Umweltabgabe verknüpfe Kreislaufwirtschafts- und Klimaschutzziele mit verantwortungsbewusster Marktwirtschaft. „Die Abgabe würde der öffentlichen Hand bis zu drei Milliarden Euro jährlich einbringen. Die Gelder könnten für die Förderung umweltfreundlicher Unternehmen verwendet werden. Denkbar wäre auch die Unterstützung von Handelsfilialen, die bewusst auf ein Mehrwegsortiment setzen“, so Tschimpke. Der Liter Mineralwasser verteuert sich nach dem NABU-Vorschlag in der Einwegflasche aus Plastik um 9,4 Cent, in der Mehrwegflasche aus Plastik dagegen nur um zwei Cent. Der Liter Saft im Getränkekarton erhielte einen Preisaufschlag von 3,3 Cent. „Für jede Getränkeverpackung lässt sich der Steuersatz deutlich senken, wenn der Materialeinsatz und der mit dessen Herstellung verbundene CO2-Ausstoß abnimmt“, erläuterte Günter Dehoust vom Öko-Institut. Vorteile entstünden so für wiederbefüllbare Mehrwegflaschen oder Getränkekartons, die mehrheitlich aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz bestünden. Auch der Einsatz von Recyclingmaterial in der Getränkeverpackung verschaffe den Unternehmen Steuervorteile. Das gleiche gelte für häufiger wiederbefüllte Mehrwegflaschen, so Dehoust.
Die vorgeschlagene Umweltabgabe ist der Studie zufolge mit deutschem und europäischem Recht vereinbar. Nach Angaben des NABU werden alle Wirtschaftsbeteiligten fair behandelt. Weil die Abgabe beim Verpackungshersteller oder Abfüller erhoben werden soll, bleibe der Verwaltungsaufwand klein. Abfüller und Handel haben genau wie Verbraucher die Möglichkeit, die umweltfreundliche und damit günstigere Verpackung zu wählen. „Wird die Zielquote umweltfreundlicher Getränkeverpackungen von 80 Prozent mit Hilfe einer Abgabenlösung und klaren Kennzeichnung wieder erreicht, könnten allein in Deutschland über 400.000 Tonnen Plastikmüll und 1,5 Millionen Tonnen CO2 jährlich vermieden werden“, betonte NABU-Abfallexperte Benjamin Bongardt.
„Das Dosenpfand in der jetzigen Regelung ist für den massiven Rückgang der Mehrwegquote verantwortlich. Besser wäre von Anfang an eine Abgabenlösung gewesen, die von großen Teilen des Einzelhandel auch mitgetragen worden wäre. Die dadurch erzielten Einnahmen kämen der Allgemeinheit zugute. Jetzt haben wir die reine Einweg-Pfandlösung mit den bekannten Folgen des Pfandschlupfes“, kritisiert Gottfried Jung vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium. Der gewaltige Preisunterschied treibe die Verbraucher zu Einweg-Getränken. Daran würde auch die vom Bundesumweltministerium vorgeschlagene Kennzeichnungspflicht nichts ändern.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Leseranfragen:
Redaktion
NeueNachricht
Gunnar Sohn
Ettighoffer Straße 26a
53123 Bonn
Tel: 0228 – 622243
Mobil: 0177 – 620 44 74
E-Mail: gunnareriksohn(at)googlemail.com
URL: http://www.ne-na.de
Redaktion
NeueNachricht
Gunnar Sohn
Ettighoffer Straße 26a
53123 Bonn
Tel: 0228 – 622243
Mobil: 0177 – 620 44 74
E-Mail: gunnareriksohn(at)googlemail.com
URL: http://www.ne-na.de
Datum: 18.11.2009 - 17:49 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 137436
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Kategorie:
Energie & Umwelt
Meldungsart: Erfolgsprojekt
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 18.11.2009
Diese Pressemitteilung wurde bisher 437 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Studie des Öko-Instituts: Umweltabgabe als Weg aus der Mehrwegkrise – Kennzeichnungspflichten sind wirkungslos"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NeueNachricht (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Berlin/Bonn - Die Servicebranche verschläft die Zeichen der Zeit. Weder werden smarte Möglichkeiten neuer IT-Technologien genutzt, noch wird auf den Kunden zu- und eingegangen. Den Schlafmützen bricht nun die Geschäftsgrundlage weg. Mit einer Änderung des Telekommunikationsgesetzes hat der Ge
Ich sag mal-Blog zu: NGOs als Kontrollinstanz für den nachhaltigen Einkauf des Staates: Mit den Betonköpfen des BDI wird das nicht funktionieren ...
Bonn - Im Einkauf von Unternehmen und Staat stecken erhebliche Potenziale, um die sozial- und umweltpolitischen Standards der Produktion zu verbessern – in Deutschland und vor allen Dingen im Ausland. Da ist es nur konsequent, wenn das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums mit seinem Einka
Warteschleifen-Tohuwabohu: Gesetzgeber muss nachbessern – Call Center kundenfreundlicher gestalten ...
Berlin/Bonn - Mit der Novelle des Telekommunikationsgesetzes dürfen Hotline-Anbieter in Zukunft keine Entgelte für die Zeit mehr verlangen, die ihre Kunden bei einem Anruf in einer Warteschleife verbringen. Der Bundestag beschloss vergangene Woche eine weitrechende Regelung, die sowohl erste als a
Weitere Mitteilungen von NeueNachricht
Nützlinge in Feld und Flur: Überarbeitetes aid-Heft stellt Nützlinge vor ...
> (aid) - An allen Pflanzen in Feld und Flur gibt es Insekten und andere Organismen, die an ihnen fressen, saugen oder auf andere Weise an ihnen schmarotzen. Andererseits gibt es auch Organismen, die als Räuber, Parasiten und Antagonisten aktiv sind und die Pflanzenfresser im Zaume halten. Das
Federn mit Mehrwert: Umweltfreundliche Blumentöpfe ...
> (aid) - Dass man mit Federn mehr machen kann, als Kissen füllen, haben Untersuchungen am Institut für Umweltmanagement und die Verwertung von Nebenprodukten in Beltsville, Maryland, gezeigt. Nachdem es den Forschern in den vergangenen Jahren gelungen ist, aus den in der Geflügelproduktion m
Süßes Rheinland: Rübenbauern erwarten Rekordernte ...
> (aid) - Die Zuckerrübenkampagne im Rheinland hat zwar erst Halbzeit, dennoch ist nach Angaben des Rheinischen Rübenbauern-Verbandes bereits jetzt abzusehen, dass es eine Rekordernte geben wird. Mit bisher 67 Tonnen pro Hektar werde das Durchschnittsergebnis der vergangenen fünf Jahre um run
The Linde Group und Algenol Biofuels vereinbaren Zusammenarbeit beim CO2- und O2-Management zur Gewinnung von Biokraftstoffen aus Algen ...
> München, 18. November 2009 - Der Technologiekonzern The Linde Group und das US-Unternehmen Algenol Biofuels LLC haben ein gemeinsames Entwicklungsprojekt zum bestmöglichen Kohlendioxid(CO2)- und Sauerstoff(O2)-Management für Algenols Algen-Photobioreaktortechnologie vereinbart. Im Rahmen di




