Nach dem Austritt beim Verband Dualer Systeme: DSD wirft Ex-Partnern „unverantwortliches Marktverh

Nach dem Austritt beim Verband Dualer Systeme: DSD wirft Ex-Partnern „unverantwortliches Marktverhalten“ vor

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(firmenpresse) - Verbleibende BDSD-Mitglieder beteiligen sich nicht an Selbstverpflichtung der Branchenpartner

Köln, 19. November 2009 - Die deutsche Entsorgungswirtschaft hat ein neues Kapitel ihrer unendlichen Geschichte aufgeschlagen. Mit dem Austritt des Grünen Punktes - Duales System Deutschland (DSD) http://www.gruener-punkt.de aus dem erst im April gegründeten Bundesverband Dualer Systeme Deutschland e.V (BDSD) schrumpft dessen Mitgliederzahl um ein Drittel. Neben der Herborner Redual GmbH & Co. KG http://www.redual.de zählt derzeit noch die Vfw GmbH http://www.vfw-gmbh.eu aus Köln zum jungen Branchenverband, der sich als Interessenvertretung für nachhaltiges und wirtschaftliches Verpackungsrecycling versteht und seine Arbeit fortführen will. Beobachter bezweifeln indes, dass der Verband mit nur noch zwei verbleibenden Mitgliedern von Politik, Umweltverwaltung und Medien als ernst zu nehmender Ansprechpartner angesehen wird.

Mit der Internet-Plattform verpackVkonkret http://www.verpackv-konkret.de hatte der Verband mit weiteren Partnern eine Plattform initiiert, um Antworten zu geben und Vorgehensweisen zu beschreiben für die rechtskonforme und pragmatische Umsetzung der Verpackungsverordnung (VerpackV) im betrieblichen Alltag. Noch im Oktober hatte der BDSD zudem eine Verpflichtung auf gemeinsame Standards angekündigt und eine konkretere Abgrenzung zwischen „Produkt" und „Verpackung" durch eine Positivliste sowie eine Abgrenzung systembeteiligter Verkaufsverpackungen zu Transportverpackungen und Verpackungen des Großgewerbes durch branchenspezifische Studien eingefordert. In der Zwischenzeit habe das DSD jedoch Vorschläge gemacht, die hinter die schon grundsätzlich vereinbarte Position zurückfielen, heißt es vom Verband. Zudem habe DSD-Geschäftsführer Stefan Schreiter im September erklärt, „dass der BDSD die einzige geeignete Organisation sei, die für Qualität und Rechtskonformität bei der Erfüllung der durch die Verpackungsverordnung auferlegten Pflichten Sorge tragen könne“, erklärten die Präsidiumsmitglieder Raffael A. Fruscio und Michael Heising.



Demgegenüber führt DSD-Geschäftsführer Schreiter, der auch sein Amt als Vizepräsident des BDSD zur Verfügung gestellt hat, an, DSD werde sich „nicht weiter für einen Verband zur Verfügung stellen, der anderen Systembetreibern offensichtlich nur als Deckmantel für deren unverantwortliches Marktverhalten dienen soll.“ Zu diesen schwer wiegenden Vorwürfen äußerten sich Redual und Vfw nicht. Innerhalb des Verbandes konnte nach DSD-Angaben auch nach wochenlangen Bemühungen keine Einigung erzielt werden über grundsätzliche Standards und Qualitätsrichtlinien, die von den dualen Systemen bereits mehrheitlich in der verpackVkonkret manifestiert seien. Zur Umsetzung der in verpackVkonkret definierten Standards hatten sich deren Partner nämlich einer freiwilligen Selbstverpflichtung unterworfen. Die Mehrheit der Systemanbieter trägt diese mit und hat unterschrieben, nicht jedoch Vfw und Redual.

Der entscheidende Punkt für den Verbandsaustritt des DSD seien letztlich unterschiedliche Vorstellungen der einzelnen dualen Systeme, wie rechtskonforme Branchenlösungen ausgestaltet sein müssen. „Die Weiterentwicklung des erfolgreichen Verpackungsrecyclings kann nur dann gelingen, wenn es einen Konsens aller dualen Systeme hinsichtlich der Ausrichtung an rechtlichen Vorgaben und der Qualität der Gutachten gibt, auf deren Grundlage Branchenlösungen im Markt angeboten werden. Nur dann wird in Zukunft ein fairer Wettbewerb möglich sein, der letztlich allen Beteiligten zugute kommt“, so Schreiter.

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. (BDE) http://www.bde.de hat unterdessen den Austritt des DSD begrüßt. „Dieser Schritt bietet die Chance, die Themen fairer Wettbewerb und Qualitätssicherung im Rahmen der relevanten Wettbewerber neu zu diskutieren und tatsächlich nach vorn zu bringen. Das ist unverzichtbar, um Vertrauen und Akzeptanz zurückzugewinnen und das System der privaten Verpackungsentsorgung zukunftsfähig weiterzuentwickeln“, sagte BDE-Präsident Peter Kurth. Der BDE appelliert an alle dualen Systembetreiber, die mit verpackVkonkret begonnenen Bemühungen fortzuentwickeln, damit unter fairen Wettbewerbsbedingungen gemeinsame Spielregeln festgelegt werden, um die privatwirtschaftlich organisierte haushaltsnahe Wertstofferfassung für die Zukunft zu sichern. Brancheninsider gehen davon aus, dass nach dem Austritt des Branchenriesen beim BDSD die Definition und Durchsetzung allgemein akzeptierter Qualitätskriterien insgesamt einfacher wird.



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