Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Politik
AfD-Landeschef nach umstrittenen Twitter-Meldungen angezeigt
ID: 1383699
aufgrund seiner Twitter-Meldungen zum Amoklauf in München angezeigt
worden. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche
Zeitung (Mittwochausgabe). Ein SPD-Mitglied aus Hameln stellte
Strafantrag gegen den AfD-Mann. "Herr Poggenburg hat im Internet nach
dem Amoklauf in München von 'den Merklern und Linksidioten, die
Mitverantwortung tragen', gesprochen", teilte der Anzeigeerstatter
Fabian Zörkendörfer (SPD) auf seiner Facebook-Seite mit. "Weil hier
anscheinend Linke generell beleidigt werden, stelle ich Strafantrag
nach Paragraf 185 StGB" - also Beleidigung.
Bundesweit hatten Poggenburgs öffentliche Statements zum Münchener
Amoklauf und den nachfolgenden Anschlägen für Empörung gesorgt. Der
AfD-Fraktionschef hatte am Freitagabend, wenige Stunden nach dem
Amoklauf mit zehn Toten, getwittert: "Merkel-Einheitspartei: danke
für den Terror in Deutschland und Europa!" Ein Terrorhintergrund wird
jedoch längst ausgeschlossen, viel mehr handelte es sich um einen
deutsch-iranischen Einzeltäter. Auch zu den darauffolgenden
Anschlägen hatte sich Poggenburg geäußert. "Ich wiederhole: 'Danke'
an Merkel-Einheitspartei für mehr Mord und Totschlag in Deutschland.
Merkel muss weg!"
Der SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben hatte Poggenburgs
Äußerungen als "widerlich" und "pietätlos" bezeichnet. Der
CDU-Europaabgeordnete Sven Schulze aus Sachsen-Anhalt schrieb,
Poggenburg sei "der größte Spinner, der in Sachsen-Anhalt zu finden
ist". Auch andere AfD-Abgeordnete hatten mit ihren Äußerungen nach
den Anschlägen Wut und Empörung auf sich gezogen.
Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200
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Datum: 26.07.2016 - 17:03 Uhr
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