Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Promi Big Brother: Die Promi-Falle von Sebastian Heinrich
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denen vor zehn, 15 Jahren überwiegend fernsehunerfahrene Normalbürger
auftraten, tummeln sich heute allzu oft Prominente. Das hat vor allem
zwei Folgen. Beide haben TV-Unterhaltung fader gemacht. Da immer mehr
Fernsehredaktionen nach Prominenten verlangen, ist der Begriff der
Prominenz selbst ausgedehnt worden - und zwar weit über die
Schmerzgrenze hinaus. Es gibt B-Promis, C-Promis, Z-Promis: bisweilen
bemitleidenswerte Gestalten, deren Drang an die Öffentlichkeit längst
zum Selbstzweck geworden ist. Die zweite Folge: Fernsehshows haben
Authentizität verloren. TV-Nostalgiker erinnern sich an
"Familienduell" oder "Geld oder Liebe". Die Auftritte der Otto
Normalverbraucher in diesen Formaten waren manchmal originell, oft
unfreiwillig komisch - in jedem Fall aber authentisch und somit
deutlich interessanter als die zweihundertste wohlinszenierte
Darbietung der Tagesschau-Moderatorin oder des
Champions-League-Gewinners von 1997. Fernsehmacher sollten wieder
mehr Herz für Amateure zeigen.
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Datum: 31.08.2016 - 20:26 Uhr
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