Rot für TK Innovationsreport

Rot für TK Innovationsreport

ID: 1397455
(ots) - "Die Krankenkassen müssen für eine Balance zwischen
hochwertiger, innovativer Versorgung und Kostensteuerung sorgen. Ihre
Vorschläge gehen zu Lasten der Patienten", so Henning Fahrenkamp,
Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen
Industrie (BPI). Der Verband zeigt dem TK Innovationsreport und
seinen Schlussfolgerungen die rote Karte.

"Das AMNOG führt auch nach über fünf Jahren nicht zu einer
besseren Arzneimittelversorgung. Stattdessen erzwingt es immer wieder
Marktaustritte und schränkt so die Therapievielfalt ein", so
Fahrenkamp. Mittlerweile wurden in Deutschland 24 Arzneimittel im
Kontext der frühen Nutzenbewertung vom Markt genommen und stehen
damit Patienten nicht mehr direkt zur Verfügung. Ein besonderes
Problem beim AMNOG gebe es bei den neuen Präparaten ohne bewiesenen
Zusatznutzen. Solche Präparate werden durch die strikte Orientierung
an der zweckmäßigen Vergleichstherapie regelmäßig auf generisches
Preisniveau gedrückt. Manchen Herstellern bleibt dann nur noch das
Opt Out. "Die Forschung und Entwicklung in Therapiebereichen, die
generisch dominiert sind, lohnt sich oft nicht mehr", so Fahrenkamp.
"Wir brauchen aber auch hier neue Präparate, zum Beispiel um
Therapiealternativen zu haben, die vielleicht bei bestimmten
Patienten besser anschlagen."

Schon lange schwingt das Pendel in der Gesundheitspolitik allein
in Richtung Kostendämpfung und Regulierung, so Fahrenkamp. Begründet
würde dies mit den GKV-Ausgaben, die angeblich aus dem Ruder liefen.
Die aktuellen BMG-Zahlen belegen das Gegenteil: über eine halbe
Milliarde Euro an Überschüssen allein im ersten Halbjahr 2016. "Auch
der Ausgabenzuwachs für Arzneimittel war geringer als noch im
Vorjahr. Trotzdem will die Kassenseite im bereits hochregu-lierten
Arzneimittelbereich massiv weitersparen - und das auf Kosten der


Patienten", so Fahrenkamp. Ein Mittel der Wahl ist das geplante
Arztinformationssystem (AIS) als Steuerungsmechanismus der
Arzneimittelversorgung. Fahrenkamp: "Hier will die Kasse ihre
Versicherten über einen Kamm scheren, statt sie individuell zu
versorgen. Eine Ampel ist für eine sichere Therapie völlig
ungeeignet."



Pressekontakt:
Julia Richter, Tel. 030 / 27909 - 131, jrichter@bpi.de
Andreas Aumann, Tel. 030/27909 -123, aaumann@bpi.de

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Datum: 07.09.2016 - 13:31 Uhr
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