Allg. Zeitung Mainz: Bau-Stau / Kommentar von Christian Matz zur erneuten Verzögerung an der Schiersteiner Brücke
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Schiersteiner Brücke ist: Zum neuerlichen Skandal taugt der Bau-Stau
nicht. Der Verweis auf die ungünstige Witterung ist schlüssig, mit
dem jahrelangen Polit-Pfusch auf rheinland-pfälzischer Seite hat das
nichts zu tun. Die Pendler, die sich täglich über die Brücke quälen
müssen, wird diese Erkenntnis nicht trösten. Auch nicht der Blick auf
weitere Großprojekte, bei denen der Wurm drin ist: Über den Berliner
BER wurde schon jeder Witz gemacht; beim Erweiterungsbau für den
Bundestag wird offensichtlich auch gemurkst; schließlich das neue
Terminal 3 am Frankfurter Flughafen, bei dem (noch) kein Murks
erkennbar ist, das aber dennoch später in Betrieb geht. Spielt
Fraport angesichts niedriger Passagierzahlen auf Zeit? So
unterschiedlich die Bauprojekte und die Gründe für ihre Verzögerung
sind, so unterschiedlich ist auch die öffentliche Kommunikation der
Verantwortlichen. Während der rheinland-pfälzische Landesbetrieb
Mobilität und Hessen Mobil aus dem Brücken-GAU vom Februar 2015
gelernt haben und offensiv neue Probleme erläutern, setzt Fraport auf
die Mauertaktik. Auf die verschobene Inbetriebnahme weist das
Unternehmen verklausuliert und erst im letzten Satz einer
dreieinhalbseitigen Pressemitteilung hin. Man kann dies für eine
schlaue Finte aus dem Handbuch für Krisen-PR halten. Tatsächlich aber
ist es ein unverschämter Versuch der Verschleierung. Zustimmung in
der Bevölkerung für das umstrittene Terminal 3 gewinnt man so
jedenfalls ganz sicher nicht. Dabei gibt es auch in der Region
Großbaustellen, die als Positivbeispiele dienen: Die neuen
Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden etwa sind bislang voll im Zeit- und
Kostenrahmen. Leider eine Ausnahme.
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Datum: 09.09.2016 - 20:03 Uhr
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