Westfalenpost: Julia Emmrich zur OECD-Bildungsstudie
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Deutschland fließen rund vier Prozent der gesamten
Wirtschaftsleistung ins Bildungssystem. Um alle Wünsche zu erfüllen,
könnte man locker das Doppelte ausgeben. Denn die Liste ist lang:
Schulgebäude sanieren, Klassen verkleinern, mehr Lehrer einstellen.
In Wahrheit kostet das Bildungssystem schon jetzt deutlich mehr als
diese vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Nur, dass diejenigen,
die die Leistungen erbringen, kein Geld dafür nehmen: Ohne die Eltern
(und in vielen Familien auch die Großeltern) würde das deutsche
Bildungssystem nicht annähernd so gut funktionieren wie es trotz
aller Mängel funktioniert. Die guten Noten, die der jüngste
OECD-Bildungsbericht dem Land gerade wieder gegeben hat - sie würden
in den Keller gehen. Der Blick auf Deutschlands Eltern und ihren
Beitrag zum Bildungssystem zeigt aber auch, was fehlt, wenn sie
diesen Beitrag nicht leisten wollen oder können. Weil sie nicht gut
Deutsch sprechen oder selbst zu wenig Unterstützung in der Schule
hatten, oder weil sie Bildung für nebensächlich halten. Was das für
die Kinder bedeutet, ist bekannt: Bildungserfolg und soziale Herkunft
hängen in Deutschland so eng zusammen wie in kaum einem anderen
Staat.
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Datum: 15.09.2016 - 21:41 Uhr
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