Westfalenpost: Einüberraschendes Zeugnis / Kommentar von Nina Grunsky zur Ganztagsbetreuung
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gute Noten, hat die Bertelsmann-Stiftung in einer Umfrage
herausgefunden. 4321 Eltern sind dafür deutschlandweit befragt
worden. Vermutlich vor allem Väter und Mütter, die ihre Kinder nicht
auf eine "offene" Ganztagsschule schicken. Vermutlich auch Eltern,
die ihre Töchter und Söhne auf einer Schule außerhalb NRWs angemeldet
haben.
Denn hierzulande, daran hat sich in mehr als zehn Jahren offener
Ganztagsbetreuung nichts geändert, sind die Qualitätsunterschiede
zwischen den Schulen groß. Noch immer hat es die Schulpolitik
versäumt, verbindliche Qualitätsstandards festzulegen. Wie gut die
Kinder betreut, vor allem aber gefördert werden, ist an den offenen
Ganztagsschulen also nach wie vor davon abhängig, wie finanzstark
eine Kommune ist - wie viele freiwillige Leistungen sie für die
Förderung der Kinder ausgeben kann. Mit der Folge, dass man selbst in
solventen Gemeinden unter Hausaufgabenbetreuung nichts anderes
versteht, als dass beaufsichtigt wird, ob die Kinder ihre Arbeit
überhaupt machen. Für eine inhaltliche Kontrolle und Unterstützung
oder gar Förderung bleibt weder die Zeit, noch das Personal. Ob die
Kleinen alles richtig gelöst und verstanden haben, das müssen Eltern
nach der Arbeit abends selbst prüfen.
So aber werden wieder die Kinder benachteiligt, deren Eltern dies
gar nicht leisten können, weil sie zugewandert sind oder
"bildungsfern". Mit ein Grund, warum der Schulerfolg nach wie vor von
der Herkunft abhängt. Mit ein Grund, warum das System der offenen
Ganztagsschulen allzu gute Noten nicht verdient hat. Auch wenn die
einzelnen Schulen, die Lehrer und Betreuer vielerorts wunderbare
Arbeit leisten.
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Datum: 19.09.2016 - 20:25 Uhr
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