Westfalen-Blatt: zum CSU-Parteitag

Westfalen-Blatt: zum CSU-Parteitag

ID: 1420893
(ots) - Diesen Parteitag hat der CSU-Chef ganz für
sich. Horst Seehofer allein zu Haus. Aber was nutzt das? Die
CSU ist in Unordnung geraten und mit ihr die gesamte Union. Der
bayerische Ministerpräsident trägt daran gehörigen Anteil. Immerhin:
Klassenkeile für die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende kann es dieses
Mal nicht wieder geben. Seehofer hat sich vor sich selbst geschützt:
Angela Merkel wurde erst gar nicht eingeladen. Das ist nicht nur
protokollarisch ein Tiefpunkt in den Beziehungen der
Schwesterparteien. Das persönliche Verhältnis ist ohnehin zerrüttet:
Merkel und Seehofer - daraus wird kein funktionierendes
politisches Tandem mehr. Dabei hätte es auch anders laufen können im
Streit um die Flüchtlingspolitik. Die Bayern lieferten in den
Chaoswochen Ende 2015 ein Musterbeispiel für staatliche und
zivilgesellschaftliche Leistungsfähigkeit. Die keineswegs
unbegründete Kritik der CSU am Kurs und vor allem am
Kommunikationsverhalten der Kanzlerin hatte aber selten
konstruktiven und zu oft destruktiven Charakter. Der bis heute
verbissen geführte Streit um die Vokabel »Obergrenze« beweist das
ebenso eindrucksvoll wie die dramatische sprachliche
Entgleisung, Angela Merkel führe eine »Herrschaft des Unrechts«.
Der CSU-Vorsitzende selbst hat die CDU-Mitglieder zur Solidarität mit
Merkel gezwungen - so manchen ganz sicher mit geballter
Faust in der Tasche. Seehofer hat voll auf Distanzierung gesetzt -
das Risiko der Selbstverzwergung war da von vornherein inklusive.
Eine sichtbare Trophäe aber - zum Beispiel eine Entschuldigung
der Kanzlerin - blieb aus. Nun diktiert der Kalender das Geschehen -
in Bayern wird erst nach dem Bund gewählt. Das heißt im Klartext:
Die CSU muss sich entscheiden, ob sie Angela Merkel - so sie denn
noch einmal antreten will - wieder zu unterstützen bereit wäre.


Kein Wunder, dass da jedes Bemühen um Geschlossenheit reichlich
gequält wirkt. Und das neue alte Feindbild Rot-Rot-Grün kommt fast
wie ein Ablenkungsmanöver daher. Nach wie vor könnte die CSU die AfD
wohl am glaubhaftesten bekämpfen. Seehofers bisheriges Vorgehen
aber hat sie eher gestärkt. Er hat den politischen Gegner an der
falschen Stelle ausgemacht. Gelohnt hat sich das nicht. Einer
aktuellen Meinungsumfrage zufolge würde die CSU derzeit bei einer
Landtagswahl nur 44 Prozent der Stimmen bekommen - die absolute
Mehrheit wäre dahin und die AfD mit neun Prozent sicher im Landtag
vertreten. Für die CSU ist das ein Horrorszenario. Ihr Einfluss und
ihr Auftreten in Berlin - Poltern inklusive - gründen allein auf
dem Versprechen, in Bayern zu dominieren und die Konservativen für
die Union deutschlandweit zu bedienen. Beides ist nachhaltig in
Gefahr. Die CSU hat in den nächsten zwei Jahren viel zu verlieren.
Und Horst Seehofer muss gehörig aufpassen, keinen Scherbenhaufen
zu hinterlassen.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Westfalenpost: Pkw-Maut Neue Westfälische (Bielefeld): NRW-Verkehrsminister fordert jetzt flächendeckende Maut für ganz Europa / Groschek lobt Dobrindt: Er hat gekämpft und gewonnen
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 04.11.2016 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1420893
Anzahl Zeichen: 3438

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Innenpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 444 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: zum CSU-Parteitag"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Westfalenpost: Pkw-Maut ...
Nun kommt sie. Möglicherweise. Vielleicht nach der Bundestagswahl. Wie sie aussehen soll, ist unklar. Aber Verkehrsminister Dobrindt hat sich vor dem CSU-Parteitag einen Erfolg im Kampf für die Pkw-Maut an die Brust heften können. Das ist die Hauptsache. Außerhalb von Bayern hat sich eine rec

Schweriner Volkszeitung: CDU-Politiker wird neuer Co-Vorsitzender beim Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern ...
Der Vize-CDU-Fraktionschef im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Waldmüller, soll nach Informationen der Schweriner Volkszeitung (Sonnabendausgabe) Co-Chef des Tourismusverbandes in Mecklenburg-Vorpommern werden. Den CDU-Vorsitz, der alle zwei Jahre zwischen SPD und CDU wechselt, hatt

Märkische Oderzeitung: Steuervorteile für Bauern stoßen auf Kritik ...
Liebe Kolleginnen und Kollegen, die "Märkische Oderzeitung" veröffentlicht in ihrer Sonnabend-Ausgabe folgende Exklusiv-Meldung. Die Meldung ist bei Nennung der Quelle "Märkische Oderzeitung" sofort frei. Steuervorteile für Bauern stoßen auf Kritik Frankfur

FRÖBEL irritiert über neue Fachkräftestatistik zur Tagesbetreuung ...
Bundesagentur für Arbeit sieht keine Anhaltspunkte für "flächendeckende Fachkräfteengpässe" in der Kindertagesbetreuung - Reaktion von FRÖBEL Die heute von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen und Informationen über die Erwerbstätigen im Bereich Kinderbetreu


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z