Westfalen-Blatt: zur NRW-Landtagswahl
ID: 1483669
Interview lapidar eine »Delle« nennt, droht für die NRW-Grünen bei
der Landtagswahl zum Totalschaden zu werden. Zwar sind Umfragen keine
Wahlergebnisse, aber die politische Stimmung in der Republik ist
eindeutig: Grün wirkt grau. Und dieser Abwärtstrend hat die
NRW-Grünen voll erfasst. Hilfe aus der Bundespolitik ist aktuell auch
nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Manch Wahlkämpfer verzichtet sogar
liebend gern auf »Unterstützung« aus Berlin. So in
Schleswig-Holstein, wo am 7. Mai gewählt wird und sich die Grünen mit
ihrer Finanzministerin und Spitzenkandidatin Monika Heinold sowie dem
populären Umweltminister Robert Habeck auf die eigene Stärke
verlassen. Überhaupt fällt auf: Noch am besten stehen die Grünen dort
da, wo sie ihren eigenen Weg gehen - wie es auch Winfried Kretschmann
als Ministerpräsident in Baden-Württemberg und Boris Palmer als
Tübinger Oberbürgermeister sehr zum Ärger der Bundespartei tun. Beide
entziehen sich so erfolgreich dem Verdacht, wonach Grüne am liebsten
Verbotspolitik à la Veggie-Day betreiben. Zwei Probleme beschweren
die Partei. Die grünen Kernthemen stehen derzeit nicht im Zentrum des
Interesses. Und zu den brennenden Fragen der Zeit liefern die Grünen
nicht gerade die besten Antworten. Mit ihrem Kampf für Umweltschutz
und gegen Kernkraft waren die Grünen überaus erfolgreich, doch die
Rendite dieser Triumphe ist aufgebraucht. Sie verkehrt sich gar ins
Gegenteil: So läuft bei der Energiewende längst nicht alles rund,
doch im Paderborner Land verfestigt sich das Gefühl, genug für den
Ausbau der Windkraft getan zu haben. Dagegen bedarf es bei Fragen der
inneren Sicherheit und der Flüchtlingspolitik mehr als einer über
jeden Zweifel erhabenen Gesinnungsethik. Hier aber wirken die Grünen
landauf, landab erstaunlich rat- und sprachlos. Womöglich, weil ihnen
mit Blick auf ihre Stammwählerschaft jedes Zugeständnis als ein zu
großes Risiko erscheint. Dieser Bewegungsunfähigkeit steht eine
erstaunliche Wendigkeit in Sachen Koalitionspräferenzen gegenüber. In
NRW kommen hausgemachte Schwächen hinzu. Hier hört man von den Grünen
zu bundespolitischen Themen selten Substantielles. Dafür machen sich
an ihren Spitzenleuten Streitthemen wie G8/G9, Inklusion
(Schulministerin Löhrmann), Landesjagdgesetz, Nationalpark Senne und
Landesentwicklungsplan (Umweltminister Johannes Remmel) fest. Und die
Dritte im Kabinett, Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, ist so
blass, dass sie nicht mal auffällt. Nun herrscht Alarmstufe Rot! Da
die Partei ums politische Überleben kämpft, sollen es Leihstimmen von
SPD-Wählern retten. Wer hätte das gedacht: Die Grünen machen's wie
einst die von ihnen verhöhnte FDP.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.04.2017 - 21:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1483669
Anzahl Zeichen: 3211
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 467 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: zur NRW-Landtagswahl"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Mittelbayerische Zeitung: Schmutziges Geschäft / Kommentar zu den neuen Diesel-Messdaten ...
Ob Klimaschutz oder die Vermeidung von Schadstoffen: Die Bundesregierung geriert sich als Totalverweigerer. Nicht als Versager, denn als solcher würde sie sich ja bemühen, aber scheitern. Berlin aber weiß längst von den monströs über den zulässigen Werten liegenden Abgasen der Dieselautos
WAZ: Den Wildwuchs beenden - Kommentar von Christopher Onkelbach zur Videoüberwachung ...
Die Polizei überwacht die Bürger, die Internetkonzerne verfolgen jeden Klick, Versicherungen sind an jederart Daten interessiert, in Banken, Bahnhöfen, Tiefgaragen und Kaufhäusern schauen rund um die Uhr Videokameras zu - und neuerdings überwachen sich die Menschen schon gegenseitig. Die Fu
Westfalen-Blatt: NRW schafft Schutzwesten für Justizwachtmeister an ...
Mehr Schutz für Justizwachtmeister: Nordrhein-Westfalen ermöglicht seinen Gerichten jetzt, schuss- und stichsichere Westen für alle Mitarbeiter zu beschaffen, die Kontakt mit Angeklagten haben und in den Sitzungssälen für Sicherheit sorgen. Die Auslieferung läuft bereits. Das berichtet das
„Nicht-konzessioniertes Glücksspiel bewirkt durch Werbung den Anschein der Legalität“. ...
Mit einer Rechtsprechung hat das Verwaltungsgericht Wien jetzt die Werbung im österreichischen Glücksspiel neu geordnet: Werbeträger haften künftig für Rechtsverstöße der Auftraggeber nur, wenn sie aufgefordert werden, werbliche Inhalte zu unterlassen. Im Rahmen dieser Verfahren ging es u.a.




