neues deutschland: Gewerkschaft will, dass in der DDR ausgebildete Grundschullehrer Rektoren werden können
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Erziehung und Wissenschaft (GEW) will sich dafür einsetzen, dass sich
in der DDR ausgebildete Grundschullehrer (Lehrer unterer Klassen,
LuK) zum Rektor oder Konrektor fortbilden lassen können. Die
GEW-Landesvorsitzende Doreen Sieberik sagte der in Berlin
erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland" (Dienstagausgabe), es
sei an der Zeit, "die historische Ungleichheit glatt zu ziehen".
Bisher können sich diese Lehrer, auch wenn sie nach der Wende
verbeamtet wurden, nicht auf sogenannten Funktionsstellen bewerben,
weil ihnen das Abitur fehlt. Es gibt in Berlin laut
Senatsbildungsverwaltung 1800 sogenannte LuK-Lehrer. Doch auch
Studienräte für weiterführende Schulen können sich nicht auf einen
Grundschulleiter-Posten bewerben.
Die GEW will nun einen entsprechenden Antrag in die Anhörung des
Gesetzesentwurfs zur Novellierung der Beamtenlaufbahn einbringen. Der
Entwurf wird derzeit im Abgeordnetenhaus beraten, weil der
rot-rot-grüne Senat die Besoldung der Grundschullehrer anheben will.
Auch Regina Kittler, bildungspolitische Sprecherin der
Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, befürwortet eine Neuregelung:
"Wenn jemand 30 Jahre als Lehrer gearbeitet hat, sollte man
wenigstens das Tor aufmachen, dass er als Konrektor arbeiten kann."
Das "nd" berichtet von einer Pankwower Grundschullehrerin, der die
Weiterbildung zur Schulleiterin mit dem Hinweis verweigert worden
war, dass sie nicht die Laufbahnvoraussetzungen erfülle.
Mitte Juni fehlen in Berlin laut Senatsbildungsverwaltung 64
Schulleiter, 15 davon an Grundschulen. Noch mehr freie Stellen gibt
es für Konrektoren: Hier sind 99 Stellen unbesetzt, davon 63 an
Grundschulen. Der Senat hatte Anfang Juni bekannt gegeben, die höhere
Besoldung für Konrektoren vorzuziehen und ihnen ab 1. Januar 2018
mehr Gehalt zu zahlen. Ziel ist es, die Attraktivität dieses Berufes
zu erhöhen. Die Regelung betrifft etwa 390 Konrektoren.
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Datum: 19.06.2017 - 13:49 Uhr
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