neues deutschland: Kommentiert: Bunt statt Ehe
ID: 1505155
wollen, dürfen bald heiraten. Zumindest suggeriert das der Hashtag
#ehefüralle, der seit Dienstagmorgen - außer bei einigen
Ewiggestrigen - allerorten für Begeisterungsstürme sorgt. So ganz
stimmt das allerdings nicht: Denn auch in Zukunft sind nicht alle
Familienkombinationen grundgesetzlich geschützt. Die mögliche
Neuregelung würde nur den Namen Lebenspartnerschaft durch Ehe
ersetzen und das Adoptionsrecht vereinfachen - wohlgemerkt für die
nach traditionellem Vorbild gestrickte, wenn auch
gleichgeschlechtliche Zweierbeziehung. Das ist zweifellos ein
riesiger Erfolg hin zu einer regenbogenbunteren Gesellschaft. Doch
damit ist es längst nicht getan. Denn was ist mit
Lebensgemeinschaften, Einelternfamilien, gemeinsam erziehenden
Wohngemeinschaften, Patchworkzusammensetzungen ohne Trauschein? Laut
Artikel 6 GG steht nicht nur die Ehe, sondern auch die Familie unter
besonderem Schutz. In der Praxis aber kommen Steuervorteile nur
Verheirateten zugute, auch adoptions-, pflege- und erbrechtlich sind
sie bessergestellt. Eine wirkliche Revolution wäre es, die
Vergünstigungen der Ehe allen Familien, verheiratet oder nicht,
zukommen zu lassen. Wer einen Ring am Finger braucht, um sich
glücklich zu fühlen, kann sich die Eheurkunde ja weiter ausstellen
lassen. Zweckehen aus steuerlichen und versorgungstaktischen
Erwägungen aber fielen weg - ohne Verlust für die Gesellschaft. Doch
bis das in der politischen Debatte ankommt, werden noch viele
Wahlkämpfe vergehen.
Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Original-Content von: neues deutschland, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.06.2017 - 17:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1505155
Anzahl Zeichen: 1908
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 322 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"neues deutschland: Kommentiert: Bunt statt Ehe"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
neues deutschland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Tageszeitung "neues deutschland" erscheint von diesem Montag an wochentags mit neuem Layout und unter dem Titel "nd.DerTag". Die Wochenendausgabe heißt schon seit fast zwei Jahren "nd.DieWoche". Die Zeitung, die weiterhin als "Sozialistische Tageszeitung"
Viele Berliner Gewerbemieter beantragen Mietstundungen ...
Fast ein Viertel aller Gewerbemieter der Berliner landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft WBM haben für Mai und Juni eine Mietstundung beantragt. Darüber berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung "neues deutschland". Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatsver
"neues deutschland": EU-Abgeordnete Demirel: Mindestlohn unter zwölf Euro bedeutet Armutslohn ...
Die Europaabgeordnete der LINKEN Özlem Alev Demirel hat sich für eine schnelle Erhöhung des Mindestlohns in Deutschland auf wenigstens zwölf Euro pro Stunde ausgesprochen. "Alles andere bedeutet Armutslohn", sagte die Abgeordnete, die u.a. im Sozialausschuss des EU-Parlaments tätig is
Weitere Mitteilungen von neues deutschland
Morgen bei "Studio Friedman": / "Abstimmungüber die Ehe für alle - Überfällig oder überstürzt?" ...
Nachdem sich die Union rund um Angela Merkel jahrelang dagegenstemmte, geht plötzlich alles ganz schnell. Die Kanzlerin hebt den Fraktionszwang auf und macht die "Ehe für alle" zur Gewissensfrage. Die SPD nutzt die Chance und lässt am Freitag mithilfe von Linken und Grünen im Bunde
Rheinische Post: SPD fordert in Sachen Brandschutz landesweiteÜberprüfung von Hochhäusern ...
Nach der Hochhaus-Räumung in Wuppertal fordert Sarah Philipp, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, den neuen zuständigen Minister der künftigen NRW-Landesregierung auf, alle Wohngebäude in Nordrhein-Westfalen, die höher als 22 Meter sind, darauf zu überprüfen, ob d
Rheinische Post: CSU-Generalsekretär Scheuer: "Es gibt Rot-Rot-Grün im Bund" ...
CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sieht in der Abstimmung über die Ehe für alle einen "Testfall für Rot-Rot-Grün". "Die Abstimmung im Rechtsausschuss des Bundestages war der Testfall für Rot-Rot-Grün. Ab jetzt ist klar: Es gibt Rot-Rot-Grün im Bund", sagte Scheuer
CDU-Innenexperte Dregger im rbb-Inforadio: "Man darf die Dinge nicht größer machen als sie sind" ...
Der innenpolitische Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, Burkard Dregger, hat davor gewarnt, die Party-Exzesse von Berliner Polizisten in Bad Segeberg überzubewerten. Wenn Fehler in einer so großen Einheit wie der Berliner Polizei vorkommen sollten, müssten sie auch aufgeklärt werden, sagt




