Allgemeine Zeitung Mainz: Lücken / Kommentar von Mario Thurnes zu Crowdworking

Allgemeine Zeitung Mainz: Lücken / Kommentar von Mario Thurnes zu Crowdworking

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(ots) - Reichskanzler Otto von Bismarck rief 1883 die
deutsche Krankenversicherung ins Leben - der Auftakt zum mittlerweile
allumfassenden deutschen System der Sozialversicherung. Gerade zehn
Jahre alt war damals der Roman "Reise um die Erde in 80 Tagen" von
Jules Verne. Für Bismarcks und Vernes Zeitgenossen beschrieb der
Titel eine sportliche Aufgabe. Heutzutage ist dies aber kein Problem
mehr. Um selber materiell einmal um die Welt zu reisen, benötigt man
gerade mal gut einen Tag. Worte oder Bewegtbilder vom eigenen Gesicht
lassen sich in Echtzeit nach Bali, Galway oder Buxtehude schicken.
Kranken-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung haben sich bewährt.
In den Ländern, in denen es diesen Schutz gibt, herrscht deutlich
häufiger und deutlich länger sozialer Frieden, als in Ländern, die
solche Systeme nicht haben. Der Crowdworker, der Arbeitsaufträge im
Internet annimmt, stellt die Sozialversicherung aber vor Aufgaben.
Denn deren System beruht vor allem auf dem Festangestellten.
Crowdworker sind indes Menschen, die heute hier morgen dort arbeiten,
häufig für andere Auftraggeber und das alles oft genug auch nicht so
permanent, dass sie schlicht als Selbstständige gelten. Damit decken
sie Lücken auf, die es in der Sozialversicherung gibt. Die Politik
wird sich intensiver damit beschäftigen müssen, diese Lücken zu
schließen. In einer Welt, in der Daten in Echtzeit von jedem Ort zum
anderen reisen können und der Standort der Arbeit weniger wichtig
wird, wird auch die Festanstellung nicht mehr so stark der Normalfall
sein, wie sie es heute noch ist.



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Allgemeine Zeitung Mainz
Alexandra Maus
Newsmanagerin
Telefon: 06131/485980
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Datum: 03.08.2017 - 20:36 Uhr
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