Mittelbayerische Zeitung: "Gründlich aufarbeiten" / Ein Kommentar der Mittelbayerischen Zeitung zum Schlecker-Prozess
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Drogeriemarktkette nicht kommen sah, ist schwer vorstellbar. Seit
Jahren war die Firma immer tiefer in die roten Zahlen gerutscht.
Dachte Schlecker, wie seine ehemalige Sekretärin ausgesagt hat, bis
zuletzt, die Firma durch eine Insolvenz retten zu können? Oder hat er
wirklich absichtlich Geld an seine Kinder verschoben, um es dem
Zugriff der Gläubiger zu entziehen? Diese Fragen sind selbst für
Wirtschaftsexperten nur schwer zu beantworten. Dass es in den Jahren
vor der Pleite zumindest verdächtige Geldflüsse gab, ist unstrittig.
Und wer seiner Familie samt Kindermädchen für 60 000 Euro eine
Karibikreise schenkt, während die Angestellten um ihre Jobs zittern,
beweist zumindest wenig Fingerspitzengefühl. Ehemalige Angestellte
trauen Schlecker auch einen vorsätzlichen Bankrott zu. Ob die
Vorwürfe zutreffen, muss das Gericht entscheiden. Die ehemaligen
Angestellten, von denen viele ihre Existenz verloren haben, haben
eine genaue Klärung verdient.
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Datum: 15.10.2017 - 19:31 Uhr
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