neues deutschland: Kommentar zum Abtritt von Stanislaw Tillich: Mit dem Teufel gegen den Teufel
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überliefert, Sachsen brauche keine Komitees für Gerechtigkeit, seine
Landesregierung sei quasi selbst ein solches. Mit dieser Behauptung
wollte der sächsische Ministerpräsident jenen Initiativen den Wind
aus den Segeln nehmen, die sich gegen die soziale Spaltung und die
Benachteiligung des Ostens wandten. Biedenkopf musste irgendwann
aufgrund mehrerer Affären zurücktreten. Nun hat der inzwischen
87-Jährige dazu beigetragen, seinen Nach-Nachfolger Stanislaw Tillich
abzusägen. Den ereilte ein ähnliches Schicksal wie den Vor-Vorgänger:
Etliche Jahre im Amt, erwies er sich als blind gegenüber einem der
politischen Hauptprobleme im Lande; diesmal war es der wachsende
Rechtsextremismus und -populismus. Dass der vor allem im - so die
Perspektive der Sachsen-CDU - ostdeutschen Musterland grassierte,
erst in Gestalt der NPD, dann von Pegida, dann der AfD, gab den
selbstgefälligen Christdemokraten nur wenig zu denken. Bis zur
Bundestagswahl vor einigen Wochen, als die AfD stärkste Partei in
Sachsen wurde und die CDU auf den Boden der Tatsachen holte. Seitdem
wird in der Sachsen-CDU über einen Rechtsruck als mögliche Strategie
gegen die Rechtspopulisten gestritten. Also Teufelsaustreibung mit
Hilfe des Teufels. Künftig ohne Tillich. Sein designierter Nachfolger
Michael Kretschmer übrigens ist ein ausgewiesener Hardliner - selbst
für sächsische Verhältnisse.
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Datum: 18.10.2017 - 17:40 Uhr
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