Allg. Zeitung Mainz: EU windet sich / Allgemeine Zeitung Mainz zu Glyphosat

Allg. Zeitung Mainz: EU windet sich / Allgemeine Zeitung Mainz zu Glyphosat

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(ots) - Jahrzehntelang sei Glyphosat hilfreich und
unbedenklich gewesen - so lautet allen Ernstes ein Hauptargument der
Glyphosat-Lobby. Lange Zeit hilfreich und unbedenklich, scheinbar -
das trifft auch auf Asbest zu, zum Beispiel. 2015 stufte die
Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als
"wahrscheinlich krebserregend" ein. "Man kann nicht sagen, dass
Roundup (Wirkstoff: Glyphosat) nicht krebserregend ist." So steht es
in einer internen Mail des Herstellers Monsanto; in den USA wurde der
Konzern durch richterlichen Beschluss gezwungen, Dokumente wie jene
Mail offen zu legen. Die Geschichte von Glyphosat ist nun die eines
Krieges, erbittert geführt von Befürwortern des Unkrautvernichters
gegen Umweltverbände und andere Skeptiker. In der modernen
Industriegeschichte gibt es diese Kriege zuhauf. Dabei geht es um
horrende Geldsummen, Gewinne, auf die Chemie-Unternehmen nicht
verzichten wollen und dabei stets sofort das Arbeitsplatzargument ins
Feld führen. Chemie hat herausragende Vorzüge, birgt aber auch
Risiken. Es geht immer um Abwägung. Die Kardinalfrage: Ist die
menschliche Gesundheit gefährdet? Bei dieser Frage sieht Glyphosat
dramatisch schlecht aus. Und es gibt keinerlei Anhaltspunkte, dass
bei der Risiko-Einschätzung Ideologie, Industriefeindlichkeit oder
Naivität eine Rolle spielen. Auch Umweltverbände können kein
Interesse daran haben, auf Verdacht Industrie-Jobs platt zu machen.
Per saldo spricht also alles dafür, Glyphosat zu stoppen. Die EU aber
windet sich und die Bundesregierung legt sich nicht fest. Glyphosat
hat noch immer mächtige Freunde.



Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Karsten Gerber
Newsmanager
Telefon: 06131/485980
online@vrm.de

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Datum: 25.10.2017 - 19:51 Uhr
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