Neue Westfälische (Bielefeld): Ein Jahr US-Präsident Trump
Achterbahnfahrt
Dirk Hautkapp, Washington
ID: 1548705
von der sich Amerika und die Welt so schnell nicht erholen werden.
Mit der Wahl des in Regierungsdingen völlig unerfahrenen Unternehmers
Donald Trump hat die größte Supermacht der Erde ein Experiment
begonnen, das allmählich an die Reserven geht. Trump ist anders als
die insgeheim von ihm bewunderten Putins, Dutertes und al-Sisis ein
Möchtegern-Autoritärer. Weil ihm Konzentrationsvermögen, Disziplin
und Strategie fehlen, um wirklich der starke Mann zu werden, für den
er sich hält. Trotzdem ist ein großer Teil des Landes, der noch keine
Hornhaut gegen die Trump'sche Endlosschleife aus Beleidigungen,
Verdrehungen und Lügen gebildet hat, nach zehn Monaten Amtszeit, die
einem wie Jahre vorkommen, ausgelaugt wie Triathleten im Ziel.
Einzelne infame Sätze des Präsidenten, wie der, dass er seinen
Gegnern ach so gerne die Bundespolizei FBI und Justizminister auf den
Hals hetzen würden, woran ihn nur leider Gewaltenteilung und
politische Korrektheit hinderten, wären in einem gesunden
gesellschaftlichen Klima Anlass für Rücktritte. Unter Trump sind sie
Normalzustand. Das stumpft gefährlich ab. Welche Langzeitwirkungen
der Gewöhnungseffekt hat, bleibt abzuwarten. Niederlagen, gebrochene
Versprechen und Ungeheuerlichkeiten des notorischen
Grenzüberschreiters Trump haben keine Konsequenzen. Mit jedem
Skandal, selbst solche, die ihn allmählich in den Bereich einer
Straftat rücken (Russland-Affäre), wird die Solidarität seiner
Kern-Anhänger noch fester. Für sie trägt nicht der Präsident die
Verantwortung für die gescheiterte Gesundheitsreform, das fehlende
Infrastruktur-Konjunkturpaket oder die ungebaute Mauer zu Mexiko.
Sondern ein in Symbiose mit dem "korrupten Sumpf" von Washington
lebender Kongress. Dort haben, zur Erinnerung, Trumps Ermächtiger,
die Republikaner, das Sagen. Die rhetorische Rücksichtslosigkeit, die
Impertinenz im Auftreten, die Konfusion, die der Präsident schürt und
via Twitter in tagespolitische Geländegewinne umwandelt, stößt eine
stabile Zwei-Drittel-Mehrheit der Amerikaner ab. Vorboten für einen
Wachwechsel bei den Zwischenwahlen 2018 sind das trotzdem nicht. Denn
von einem demokratischen Revival kann keine Rede sein. Die nach dem
Clinton-Desaster in Trümmern liegende Partei hat inhaltlich und
personell zu wenig zu bieten. Dabei wäre nichts nötiger als ein
solides Kontrast-Programm zur impulsiven Schaufenster-Politik des
Amtsinhabers. Von der Hoffnung darauf, dass Trump sich selber ein
Bein stellt, sollte sich darum heute niemand leiten lassen. Er könnte
2020 sogar wiedergewählt werden.
Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de
Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 07.11.2017 - 20:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1548705
Anzahl Zeichen: 3119
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 421 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Ein Jahr US-Präsident Trump
Achterbahnfahrt
Dirk Hautkapp, Washington"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Höhe der Rente unterscheidet sich in NRW von Wohnregion zu Wohnregion teils erheblich. Bei Männern macht es im Jahr einen Unterschied von 5.000 Euro aus, ob sie in Münster (1.185 Euro/Monat) oder im Rhein-Erft-Kreis (1.591 Euro/Monat) leben. Frauen in Gelsenkirchen (818 Euro) bekommen im Jahr
Hunderte Verstöße gegen Spritpreisregel in NRW bleiben folgenlos - ADAC kritisiert "zahnlosen Tiger" ...
Hunderte Tankstellen in Nordrhein-Westfalen verstoßen gegen die gesetzliche Spritpreisregel - doch geahndet wird bislang kein einziger Fall. Seit Anfang April wurden in NRW insgesamt 2.634 unzulässige Preiserhöhungen durch 447 Tankstellen registriert, wie aus einer Analyse von Daten des Bundeskar
Verdi-Chef Werneke: AfD hätte bei uns keine Chance ...
Bielefeld. Verdi-Chef Frank Werneke sieht derzeit keinen wachsenden Einfluss der AfD auf die Gewerkschaften im Land. Auf die Frage im Interview mit der "Neuen Westfälischen" (Bielefeld), ob der Einfluss der AfD auch in Gewerkschaften zunehme, sagt Werneke: "In den Gewerkschaften nich
Weitere Mitteilungen von Neue Westfälische (Bielefeld)
Stuttgarter Zeitung: zur Stärkung der Kontrollrechte des Bundestags ...
Politischer Druck lässt sich nur dann aufbauen, wenn man weiß, über was gesprochen wird. Die Regierung ist dem Parlament gegenüber verantwortlich, und darf sich nicht davonstehlen, von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen. Argumente und Gegenargumente gehören auf den Tisch, und dem Staat ist es
Mitteldeutsche Zeitung: zu Schummelei der Krankenkassen ...
Es war Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, der im vergangenen Jahr als Nestbeschmutzer für Furore sorgte: Er offenbarte, dass die Krankenkassen in großem Stil auf Ärzte einwirken, die Patienten auf ihren Abrechnungen kränker aussehen zu lassen als sie es in Wirklichkeit sind. Ziel de
Mitteldeutsche Zeitung: zu Auskunftspflicht der Bundesregierung ...
Immer wieder hat das Bundesverfassungsgericht sich als Ruhestörer im positiven Sinne betätigt. Nun hat es der Regierung das Instrument der pauschalen Antwortverweigerung aus der Hand geschlagen. Auch wenn sich das Gerichtsurteil vor allem auf die Auskunftspflicht über Bundesunternehmen bezieh
Mitteldeutsche Zeitung: zu Jamaika und Grüne ...
Zunächst einmal ist es von der Ökopartei taktisch ausgesprochen klug, sich im Falle des Scheiterns von Jamaika nicht den Schwarzen Peter zuschanzen zu lassen. Denn angesichts des Umstandes, dass sie es mit drei prinzipiell gegnerischen Parteien zu tun haben, tragen sie hier das größte Risiko




