Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur "Rente":
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nächsten Jahr relativ kräftig zulegen werden, ist erst einmal eine
gute, wenn auch keine überraschende Nachricht. Weil die Konjunktur
brummt und die Beschäftigung zunimmt, steigen die Renten in Ost und
West sozusagen im Nachlauf. Damit wird zudem auch etwas von den
Einbußen aufgeholt, die die Altersbezüge im Verlauf der vergangenen
zehn Jahre hinnehmen mussten. Nach Ansicht der Rentenexperten geht
der Zuwachs noch die kommenden fünf, sechs Jahre so weiter. Die
zahlreichen "Babyboomer" machen es möglich. Auch die Rentenbeiträge
für die Generationen in Beschäftigung bewegen sich in verträglicher
Höhe. Doch die Sicherheit, die das Rentensystem derzeit ausstrahlt,
ist trügerisch. Mit dem erwartbaren Absinken der Beschäftigtenzahlen
wird der Druck auf die Rentenkassen dramatisch ansteigen.
Beitragserhöhungen und nur schmale - wenn überhaupt - Steigerungen
der Altersbezüge sind bereits heute vorhersehbar. Das Rentenniveau
wird nach und nach sinken, wie dies übrigens von der großen Koalition
vor rund zehn Jahren bereits beschlossen worden war. Allerdings wäre
es richtig, nun eine solche Haltelinie ins System einzuführen, die
dem Abgleiten in Altersarmut wirkungsvoll und nachhaltig
entgegenwirkt. Das wäre eine große und verdienstvolle Aufgabe für die
künftigen Jamaika-Koalitionäre. Doch die haben in ihren langen
Verhandlungsrunden noch kein richtiges Rentenkonzept gefunden. Die
Partei der Kanzlerin wollte das Thema allen Ernstes in den nächsten
zehn Jahren gar nicht anfassen. Auch das CSU-Projekt der erweiterten
Mütterrente hat zwei Haken: Erstens hilft sie nicht gegen
Altersarmut, denn sie wird auf die Grundsicherung angerechnet. Das
müsste sofort geändert werden. Und zweitens wird die Mütterrente
derzeit zu einhundert Prozent aus der Rentenkasse bezahlt, nicht aus
dem allgemeinen Haushalt, nicht aus Steuermitteln. Genau dort würde
die Finanzierung dieser Leistung jedoch hingehören.
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Datum: 14.11.2017 - 18:34 Uhr
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