Allg. Zeitung Mainz: Hoffnung? Allgemeine Zeitung Mainz zu Simbabwe
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wenn es in Simbabwe zunächst den Anschein hat: Nach 37 Jahren ist die
Schreckensherrschaft des Robert Mugabe zuende, die Menschen atmen
auf, feiern das vermeintliche Ende der Despotie, schöpfen neue
Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Wie 1980, als das früher britische
Simbabwe in die Unabhängigkeit durchstartete, zur "Kornkammer
Afrikas" aufblühte und als postkoloniales Musterland galt. Der
Hoffnungsträger hieß damals: Robert Mugabe. Doch im Laufe der Jahre
nahm seine Regierung zunehmend diktatorische Züge an, richtete er mit
seiner Partei Zanu-PF das junge Land systematisch zugrunde. Eine
unrühmliche Rolle spielte dabei seine zweite Frau Grace, die mit
ihrem ausschweifenden Lebensstil den Hass der notleidenden
Bevölkerung auf sich zog. Dass der inzwischen 93-jährige Mugabe
ausgerechnet diese Frau als Nachfolgerin in Stellung brachte und
dafür seinen Vize Emmerson Mnangagwa schasste, brachte das Fass nun
zum Überlaufen. Die Frage ist nur: Handelte das Militär, weil es das
Land vor einer Mugabe-Dynastie bewahren wollte oder war der gute
Draht zwischen den Generälen und Mnangagwa ausschlaggebend? Manches
spricht sogar dafür, dass Mnangagwa vom Exil aus selbst die Strippen
des Putsches zog. Experten warnen: Dieser Mann, auf den in Simbabwe
jetzt viele Menschen bauen, ist noch brutaler als Mugabe. Als dessen
Sicherheitsminister soll er den Tod Tausender Oppositioneller in den
80er-Jahren zu verantworten haben. Hoffnung? Wohl eher ist zu
befürchten, dass Simbabwe das Schicksal vieler Länder Afrikas teilen
und immer weiter im Chaos versinken wird.
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Datum: 19.11.2017 - 19:05 Uhr
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