Ausbildungsbotschafter sollen weiter machen
ID: 1556750
Mehr als 2.800 Auszubildende werben an Schulen für ihre Berufe
Jahr für Jahr bleibt in Nordrhein-Westfalen eine fünfstellige Zahl von Ausbildungsplätzen unbesetzt. Zeitgleich bleiben ähnlich viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Ein Grund hierfür ist, dass sich ein großer Teil der Berufsstarter im dualen System auf nur eine Hand voll Ausbildungsberufe konzentriert. Dabei gibt es allein in den Bereichen Industrie, Handel, Dienstleistungen und Handwerk insgesamt etwa 280 Ausbildungsberufe. Viele dieser Berufe sind den Jugendlichen jedoch nicht bekannt. In der durch das nordrhein-westfälische Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie den Europäischen Sozialfonds geförderten Initiative ?Ausbildungsbotschafter? machen die IHKs und HWKs auf viele spannende Berufe aufmerksam.
?Auch in der Region Bonn/Rhein-Sieg ist dies eines der erfolgreichsten Instrumente, um im Schulterschluss mit dem Land NRW für Ausbildung zu werben. Die kammereigenen Mitarbeiter werden zur Hälfte vom Land und zur Hälfte aus den Haushaltsmitteln der IHK finanziert?, sagt Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg. ?Das ist ein gelungenes Beispiel, wo Politik und Wirtschaft gemeinsam Verantwortung zeigen, um für das duale Ausbildungssystem in der Region Bonn/Rhein-Sieg und in NRW zur werben.?
Seit Anfang 2015 schwärmen Ausbildungsbotschafter in die Schulen Nordrhein-Westfalens aus. Ihr Vorteil: Als Auszubildende können sie den Schülerinnen und Schülern ihre Berufsbilder aus erster Hand und vor allem auf Augenhöhe vorstellen. Geschult werden die jungen Auszubildenden von eigens hierfür beschäftigten Koordinatorinnen und Koordinatoren in den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern des Landes. Die Unternehmen selbst leisten ihren Beitrag, indem sie die Auszubildenden für ihre Schuleinsätze und die Schulungen während der Arbeitszeit freistellen. Die Schulen bauen die Besuche der Ausbildungsbotschafter in ihre Unterrichtspläne ein. So leistet in der Initiative Ausbildungsbotschafter jeder seinen Beitrag.
Trotz der erreichten Zahlen verbleibt nach wie vor ein großes Potenzial: Von den 5.450 Schulen im Land wurden bisher erst knapp zehn Prozent erreicht. Im Jahr 2018 soll deshalb der Fokus auf der Gewinnung von weiteren Schulen liegen, unter anderem mit Hilfe eines großen Ausbildungsbotschafter-Kongresses. Auf Seiten der Auszubildenden möchten die Projektverantwortlichen gezielt Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher sowie Geflüchtete für die Tätigkeit als Ausbildungsbotschafter gewinnen.
Die Projektleitung für die Ausbildungsbotschafter liegt bei der IBP IHK-Beratungs- und Projektgesellschaft. Ihr Geschäftsführer Dr. Ralf Mittelstädt: ?Mit diesem erfolgreichen Projekt wollen wir auch zukünftig dazu beitragen, mehr junge Menschen für die duale Ausbildung zu gewinnen und die Lücke zwischen unversorgten Jugendlichen und unbesetzten Ausbildungsplätzen zu verringern."
Daten der IHK Bonn/Rhein-Sieg
gemeldete Botschafter gesamt 124
davon geschulte Botschafter 104
Ansprache Schüler gesamt 7.692
Erreichte Schüler 2.975
Einsätze pro Botschafter 296
Betriebe 47
Ausbildungsberufe 33
Studienabbrecher 14
Duale Studenten 5
Schulen 36
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Datum: 29.11.2017 - 10:39 Uhr
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