Mittelbayerische Zeitung: Ein Ende der Trostpflaster / Kommentar zum Sklavenhandel in Libyen
ID: 1557696
Methoden libyscher Schlepper und Sklavenhändler auf die politische
Agenda gehoben wurden. Libyen hat sich nach dem Ende des
Gaddafi-Regimes in einen "failed state" verwandelt, in einen
rechtsfreien Raum, in dem Terrorismus und Verbrechen freie Hand
haben. Es gab keinen Plan, wie das Land nach Ende der Diktatur neu
aufgebaut werden könnte. Und damit ist Libyen ein Musterbeispiel
dafür, wie mit Ländern Afrikas, vielleicht mit Afrika insgesamt,
umgegangen wird: als Problem, das es zu lösen gilt. Diese Lösung
besteht meist aus einer Kombination von Erster Hilfe und Hilfe zur
Selbsthilfe. Dahinter steckt viel zu oft die
postkolonialistisch-abschätzige Annahme gerade der Europäer, Afrika
sei vor allem Heimat hungernder Kinder, Ort brutaler Bürgerkriege -
oder der pittoreske Hintergrund für Safari-Reisen. Der Kontinent ist
in dieser Vorstellung nie das, was er wirklich ist: Heimat von 1,2
Milliarden Menschen, die auf 55 Staaten verteilt leben, deren
politische Stabilität und Wirtschaftskraft völlig unterschiedlich
sind. Und so brüsten sich europäische Unternehmen lieber mit
Investitionen in Fernost als im südlichen Nachbarkontinent, den sie
an China abgetreten haben, mit der Folge, dass es chinesische
Unternehmen sind, die viele Länder Afrikas entwickeln; manche
sprechen von einer neuen Form des Kolonialismus. Es braucht immer
Hilfe für notleidende Menschen. Aber um sie von der Flucht
abzuhalten, ist mehr nötig, als den Kampf gegen Menschenhändler in
Libyen zu unterstützen.
Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de
Original-Content von: Mittelbayerische Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.11.2017 - 21:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1557696
Anzahl Zeichen: 1975
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Regensburg
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 360 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mittelbayerische Zeitung: Ein Ende der Trostpflaster / Kommentar zum Sklavenhandel in Libyen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Mittelbayerische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zukunft geMAInsam gestalten, so hatten die DGB-Gewerkschaften den gestrigen Tag der Arbeit, nun ja nicht besonders originell, überschrieben. Das fade Motto täuscht freilich nicht darüber hinweg, dass die Gewerkschaften hierzulande vor riesigen Herausforderungen stehen. Nach zweieinhalb Jahren C
Als Ministerin untragbar Anne Spiegel hat mit ihrem Verhalten nach der Flutkatastrophe an der Ahr ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Notfalls muss der Kanzler sie rauswerfen. Von Reinhard Zweigler ...
Was waren die Beileidsbekundungen der heutigen Bundesfamilienministerin Anne Spiegel von den Grünen eigentlich wert, die den Hochwasseropfern an der Ahr Betroffenheit bekundete? Ihr sei das Herz schwer und die Trauer lasse sie nicht los, sagte sie zu Beginn der Katastrophe. Doch kurz darauf packt
Die Impfpflicht macht Sinn / Gerade weil viele in der gefährdeten Generation Ü60 noch keine Impfung haben, könnte gesetzlicher Druck Unentschlossene zu dem Pieks bewegen. / Von Reinhard Zweigler ...
Es ist schon seltsam, wie schnell das Drama des Ukraine-Krieges das Aufregerthema der vergangenen zwei Jahre in den Hintergrund gedrängt hat. Corona - war da noch was? Gefühlt ist die Pandemie doch schon vorbei, trotz hoher Infektionszahlen. Die in vielen Bundesländern vollzogenen Lockerungen,
Weitere Mitteilungen von Mittelbayerische Zeitung
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Machtkampf in der CSU Man muss den Hausmeister nicht lieben Ralf Müller, München ...
Streit mag weder der Deutsche noch der Bayer. Der Bayer schätzt eine kurze, klärende Rauferei, aber dann muss wieder klar sein, wer der Chef auf dem Hof ist. Diese Erwartungen erfüllt die CSU im Augenblick nicht. Je länger die Taktiererei um die Spitzenämter andauert, desto mehr bröckeln di
Allg. Zeitung Mainz: Unpopulär / Kommentar zur Schließung kleiner Grundschulen / Von Frank Schmidt-Wyk ...
Niemand klatscht Beifall, wenn eine Schule geschlossen wird. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig darf also nicht viel Lob erwarten dafür, dass auf ihr Betreiben hin neun kleine Grundschulen vor dem Aus stehen. Andererseits: Ist es nicht Aufgabe gewählter Politiker, auch
KN: Widerstand gegen neuen Feiertag in Schleswig-Holstein ...
Überlegungen von CDU und SPD, in Schleswig-Holstein den Reformationstag zum neuen gesetzlichen Feiertag zu machen, stoßen auf neuen Widerstand. Katholiken, Juden und Muslime plädieren für einen konfessionsübergreifenden Feiertag. Prominentester Kritiker ist der Hamburger Erzbischof Stefan
Vorgetäuschte Krankheit des Arbeitnehmers - was können Arbeitgeber tun? ...
Ein Arbeitnehmer ist über einen längeren Zeitraum krankgeschrieben, beim Arbeitgeber kommt zunehmend der Verdacht durch, die Krankheit bzw. Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters ist tatsächlich nur vorgetäuscht. Arbeitgeber denken in einer solchen Situation naturgemäß an eine Kündigung. Welche




