Neue Westfälische (Bielefeld): Streitfreudige Deutsche
Zu Recht Recht einfordern
Friderieke Schulz
ID: 1558755
Streit verwickelt gewesen. Zwar werden für die Advocard-Studie
bereits Kontaktaufnahmen mit der Rechtsschutzversicherung als
Streitfälle gezählt, die Zahlen zeigen dennoch einen Trend auf. Von
Verrohung der Gesellschaft, von Streitfreude sprechen jetzt die
einen. Man kann diese Entwicklung aber auch positiv werten. Denn die
zunehmende Zahl der Fälle zeigt unterm Strich, dass die Deutschen
viel besser über ihr Recht informiert sind und dieses auch
einfordern. Die Experten beweisen es: Sie sprechen von Reisemängeln,
Gehaltskämpfen mit dem Arbeitgeber oder von Versicherern, die die
Regulierung von Schäden herauszögern oder gar gänzlich verweigern.
Statt dies zu schlucken, greift der Deutsche zum Hörer und informiert
sich, ob er eine Chance hat, dagegen vorzugehen. Mit der
Rechtsschutzversicherung im Nacken ist die Gefahr des finanziellen
Verlustes inzwischen geringer - sicher spielt auch das eine Rolle.
Und natürlich gibt es viele Fälle - vor allem wenn Nachbars Baum,
seine Hecke oder seine Sommerfeier zum Streitgrund werden - in denen
man sich fragen sollte, ob ein Rechtsstreit wirklich notwendig ist.
Da kann sicher auch ein Gespräch helfen. Im Zweifel beim Schiedsmann.
Doch da, wo Unrecht geschieht, ist es gut, dass die Deutschen nicht
ihre Klappe halten, sondern sie öffnen und vollkommen zu Recht ihr
Recht einfordern.
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Neue Westfälische
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Datum: 04.12.2017 - 20:15 Uhr
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