Allg. Zeitung Mainz: Spielregeln / Kommentar von Mario Thurnes zu Negativzinsen
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nachvollziehbar: Wenn ein Konto neu abgeschlossen wird und
Negativzinsen sind ein Teil des Vertrags, dann ist das eine
Entscheidung, die der Kunde selbst verantwortet. Werden aber erst
nachträglich Zinszahlungen auf ein Vermögen eingeführt, bricht das
die vereinbarten Spielregeln und das Handeln der Bank ist fragwürdig.
Nur: Was ist die Wahl der Kunden? Die Geldhäuser brauchen neue
Finanzierungsmodelle. Seien es pauschale Gebühren für ein Konto,
welche für Überweisungen oder eben Negativzinsen. Schuld daran ist
die Niedrigzinspolitik. Sie zerstört nach und nach das Kerngeschäft
der Banken: Geld zu verleihen und dieses mit Gewinn zurückzuerhalten.
Die niedrigen Zinsen sollen laut ihrer Befürworter die Wirtschaft
ankurbeln. Vor allem aber dienen sie dazu, Staatshaushalte von
europäischen Freunden wie Spanien, Italien oder Griechenland zu
retten. Steigen die Zinsen, müssten diese ihre Überschuldung teuer
bezahlen. Das gilt aber auch für manches deutsche Bundesland. Nach
einer entsprechenden Erhöhung würde manchem eine desolate
Haushaltslage drohen. Die Sparer bluten für die Niedrigzinspolitik
mehrfach: Für sie ist es ohnehin schwer geworden, Rücklagen
gewinnbringend anzulegen. Aus jedem Börsen-Crash gehen Kleinanleger
als Hauptverlierer hervor. Und jetzt drohen den Sparern eben noch
flächendeckende Negativzinsen.
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Werner Wenzel
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Datum: 08.12.2017 - 20:06 Uhr
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