Allg. Zeitung Mainz: Kein Ende / Kommentar von Mario Thurnes zu Rüstungsausgaben
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kommunistische Block war implodiert, Kriege schien es keine mehr zu
geben - und wenn, dann als eine Art Polizeieinsatz der
Staatengemeinschaft. Der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama
prägte im Überschwang das Wort vom "Ende der Geschichte", dem
Sich-Selbst-Auflösen aller Konflikte. Keine 30 Jahre später sieht die
Welt anders aus: Die Kriege sind nicht weniger geworden und
mittlerweile ist es sogar wieder denkbar geworden, dass Großmächte
aneinander geraten. Dass vor diesem Hintergrund die Rüstungsausgaben
weltweit steigen, verwundert also wenig. Nun sind diese in
Deutschland extrem unpopulär, der Anteil des Verteidigungs- am
Gesamtetat ist eher rückläufig, die Wehrpflicht haben wir
abgeschafft. Nein, haben wir nicht, wir haben sie "ausgesetzt", weil
den Konservativen der Schritt mit ehrlicheren Worten nicht zu
verkaufen gewesen wäre. Ohnehin sind nur wenige Debatten in
Deutschland so verlogen wie die um die äußere Sicherheit. Jeder, der
sich mit der Naivitäts-Pose eines Zweitklässer hinstellt und
postituliert: "Wir brauchen keine Waffen" kann sich eines üppigen
Applauses sicher sein. Mit Militär wollen die Deutschen nichts mehr
zu tun haben. Nur: zu welchem Preis? Statt sich nach der
Wiedervereinigung zu emanzipieren, hat Deutschland seitdem seine
Verteidigung zunehmend den USA überlassen. Dort regiert jetzt Donald
Trump und auch sonst mehren sich die Zeichen, dass unsere Interessen
auseinander gehen. Also wird auch Deutschland früher oder später
seine Rüstungsausgaben erhöhen müssen.
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Datum: 10.12.2017 - 17:21 Uhr
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