Westfalenpost: Ein deutsches Lob für Donald Trump?
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Unternehmens die Politik von Donald Trump in höchsten Tönen lobt. Joe
Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens, findet die Steuerreform
des US-Präsidenten also klasse. Diese ist zu großen Teilen auf Pump
finanziert, wird den Reichen noch mehr Geld auf ihre Konten spülen
und die Mittelklasse sowie die Armen in den USA langfristig
finanziell arg belasten. Man könnte die Reform also auch schlecht
finden. Kaeser möchte aber weiter gute Geschäfte in den Vereinigten
Staaten machen. Beiß nicht die Hand, die dich füttert, heißt es ja.
Menschlich ist das Lob also nachvollziehbar. Aber selbstverständlich
widerspricht es dem Motto, mit dem das Wirtschaftsforum in Davos in
diesem Jahr seine Existenz rechtfertigen wollte: "Für eine gemeinsame
Zukunft in einer zerrütteten Welt", lautete es. Gemeinsamkeit ist das
Letzte, das Trump im Sinn hat. Er kennt kein Wir, er kennt nur das
Ich. Das hat er mit seiner schwachen Werbe-Rede für den
Wirtschaftsstandort USA gestern wieder einmal bestätigt. Trump steht
für Protektionismus, Nationalismus, Rücksichtslosigkeit und das Recht
des Stärkeren. Man muss ihn dafür ja nicht unbedingt öffentlich
kritisieren, wenn man deshalb Nachteile befürchtet. Aber muss man ihn
gleich loben? Und überhaupt: Morgen erzählt Donald Trump irgendwo das
Gegenteil. Der Mann ist kein verlässlicher Partner. Was hat Davos der
zerrütteten Welt also gebracht? Nichts.
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Datum: 26.01.2018 - 20:45 Uhr
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