Allg. Zeitung Mainz: Blindgänger / Kommentar von Christian Matz zur Bundeswehr und Ministerin von der Leyen
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als aussichtsreichste Nachfolgerin Angela Merkels gehandelt wurde.
Doch vom Kanzleramt ist Ursula von der Leyen inzwischen so weit
entfernt wie - sagen wir mal - die Bundeswehr von einer
einsatzbereiten Truppe. Und das hat ausnahmsweise nichts mit der
Kanzlerin zu tun; anders als diverse männliche Kronprinzen hat Merkel
Von der Leyen weder weggebissen noch weggelobt, sie hat sie auch
nicht weggerautet. Nein, das hat sich die Ministerin selbst
eingebrockt. Nach vier Jahren im Amt darf man die Schuld nicht immer
nur bei den Vorgängern und deren Sparvorgaben suchen. Vor allem dann
nicht, wenn sich eigene große Ankündigungen als Blindgänger zu
entpuppen drohen. Beispiel Irak: Statt dort neue Aufgaben für die
Bundeswehr anzustreben, sollte von der Leyen endlich dafür sorgen,
dass die Soldaten die Basisausrüstung für ihren Job haben.
Schutzwesten und Winterbekleidung gehören definitiv dazu. Angesichts
der internationalen Lage stehen die Zeichen auf Aufrüstung,
stattdessen versagt Deutschland schon bei der Nachrüstung des
Nötigsten - ein Armutszeugnis, hart an der Grenze zur Realsatire.
Dass Panzer, Flugzeuge, U-Boote aufgrund von Ersatzteilproblemen
nicht einsatzbereit sind, daran hat man sich ja fast schon gewöhnt.
Dass Soldaten nicht aus Mali ausgeflogen werden können, weil keine
Maschine dafür zur Verfügung steht - das muss Menschen, die bereit
sind, im Einsatz ihr Leben zu geben, jede Motivation rauben. Die
Bundeswehr weise in bestimmten Bereichen eine "Fähigkeitslücke" aus,
heißt es im schönen Amtsdeutsch; auch die Fähigkeitslücke der
verantwortlichen Ministerin wird immer deutlicher.
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Danielle Schwarz
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Datum: 19.02.2018 - 21:50 Uhr
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