Smart? Kurzstudie zu Digitalisierung von Haushaltsgeräten: Ökologische Risiken müssen wirksam minimiert werden
ID: 1608686
vorgestellte Kurzstudie des Borderstep Instituts für Innovation und
Nachhaltigkeit im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) zeigt die ökologischen Herausforderungen der
zunehmenden Vernetzung privater Haushalte. Gleichzeitig benennen die
Studienautoren Maßnahmen, um den Verbrauch von Energie und anderen
Ressourcen in umweltverträgliche Bahnen zu lenken. "Die zunehmende
Vernetzung von Haushaltsgeräten birgt große ökologische Risiken. Der
Trend wird zu einem Mehrverbrauch an Energie und anderen Rohstoffen
führen, wenn die Politik nicht rechtzeitig durch geeignete Maßnahmen
gegensteuert", kommentiert Irmela Colaço, Energieexpertin beim BUND,
die Ergebnisse.
Immer mehr Geräte im Haushalt sind vernetzt, Tendenz steigend. Bis
2025 ist europaweit mit 1,7 Milliarden vernetzten Haushaltsgeräten zu
rechnen, zusätzlich zu den "klassischen" Produkten der Informations-
und Kommunikationstechnik wie Computern und Unterhaltungselektronik.
"Sind Haushaltsgeräte rund um die Uhr empfangsbereit, um auf
Sprachbefehle oder Signale anderer Geräte zu reagieren, kann das
Umwelt und Verbraucher teuer zu stehen kommen. Die Stromrechnung
eines Haushalts kann um bis zu 100 Euro pro Jahr steigen", so Dr.
Ralph Hintemann, einer der Studienautoren. "Europaweit kann sich
dieser Mehrverbrauch langfristig auf 70 Terawattstunden pro Jahr
summieren. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch aller
privaten Haushalte Italiens."
Darüber hinaus dokumentiert die Kurzstudie, dass der
Energieverbrauch auch außerhalb der Haushalte zunehmen wird. Schon
jetzt steigen der Datenverkehr und die dafür notwendigen Ressourcen
in Übertragungsnetzen und Rechenzentren rasant an. "Der Trend, immer
mehr Haushaltsgeräte zu vernetzen, wird diese Entwicklung weiter
anfeuern", so Hintemann. Außerdem steige die Gefahr, dass der
Verbrauch weiterer Rohstoffe enorm zunimmt, etwa wenn vernetzte
Produkte schneller unbrauchbar werden, weil keine Sicherheitsupdates
mehr verfügbar sind.
"Smarte" Lösungen dienen bisher vor allem als Motor für weiteres
Wirtschaftswachstum. Ihre Folgen für die Umwelt und zukünftige
Generationen werden dabei kaum berücksichtigt. Das ist
unverantwortlich", sagt Colaço. "Die Bundesregierung muss die
ökologischen Risiken der Digitalisierung wirksam minimieren." Ein
erster Schritt im Smart Home Bereich müsse sein, den ökologischen
Fußabdruck von vernetzten Geräten im gesamten Lebenszyklus zu
reduzieren. Dazu seien strenge europäische Ökodesign-Vorgaben und
mehr Transparenz für Verbraucher notwendig.
Gleichzeitig müssten die sich bietenden Potenziale der
Digitalisierung für den Klima- und Umweltschutz gezielter genutzt
werden, so Colaço weiter. So könnten zum Beispiel Fehler im Betrieb
von Heizungsanlagen durch ein digitales Monitoring besser erkannt und
behoben werden. Dadurch seien enorme Energieeinsparungen möglich.
"Doch die Chancen der Digitalisierung im Heizungskeller hat die
Politik bisher verschlafen".
Der BUND weist im Zusammenhang mit der zunehmenden Vernetzung in
den Haushalten auch auf datenschutzrechtliche sowie auf mögliche
gesundheitliche Auswirkungen durch elektromagnetische Felder hin, die
aber nicht Gegenstand der Studie waren.
Die Kurzstudie finden Sie als PDF zum Download unter:
www.bund.net/kurzstudie_smarthome
Eine Grafik zum zusätzlichen Stromverbrauch vernetzter
Haushaltsprodukte finden Sie unter:
www.bund.net/service/presse/pressebilder/aktionen/#c9866
Weitere Informationen zu Folgen und Risiken mobiler
Kommunikationstechnologien finden Sie unter: www.bund.net/emf
Pressekontakt:
Irmela Colaço, BUND-Energieexpertin, Mob. 0177-4254487,
E-Mail: irmela.colaco@bund.net bzw. Sigrid Wolff und Ansgar Lahmann,
BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/-497, E-Mail: presse@bund.net,
www.bund.net
Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 08.05.2018 - 11:14 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1608686
Anzahl Zeichen: 4441
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 228 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Smart? Kurzstudie zu Digitalisierung von Haushaltsgeräten: Ökologische Risiken müssen wirksam minimiert werden"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BUND (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Bekanntheit wächst stetig - Mehrheit für Ausweisung als UNESCO Welterbe - Aktionstag am 3.10. bietet viele Angebote und Start neuer App Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit am kommenden Freitag (3.10.) veröffentlicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Erge
Klimaschutzprogramm fällig: Bundesregierung muss liefern / Neuer BUND-Plan für wirksames Maßnahmenpaket ...
- Klimaschutz keine Frage des Gutdünkens - verpflichtende Klimaziele in Gefahr - Bundesregierung mit Klimaschutzprogramm vor klimapolitischem Lackmustest - Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise bekannt - BUND zeigt Weg auf Die Bundesregierung steht vor ihrem klimapolitischen Lackmustest:
Bahnstrategie: Ohne starke Schiene keine Mobilitätswende ...
Im Vorfeld der Vorstellung der Bahnstrategie durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erklärt Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Ein flächendeckendes, zuverlässiges und bezahlbares Angebot auf der Schiene ist e
Weitere Mitteilungen von BUND
Inter Lubric China vom 07.-09. November 2018 in Shanghai ...
Mit dem erfolgreichen Abschluss in Peking 2017 läutet Inter Lubric China sein 19-jähriges Bestehen ein. Die 19. China International Lubricants and Technology Exhibition (Inter Lubric China), internationale Ausstellung für Schmierstoffe und Technologie, findet vom 07. bis 09. November 2018 im
Global Atomic: Herausragende Bohrergebnisse und Rekordgewinne! ...
Einmal mehr stellt die kanadische Global Atomic Corp. (TSX-V GLO / WKN A2JAQL) ihre Einzigartigkeit unter Beweis ? und das mehr als eindrucksvoll! Der Redaktion von GOLDINVEST.de ist jedenfalls bisher kaum ein Explorer untergekommen, der bereits Gewinne in Millionenhöhe erzielt! Wir hatten unseren
E.ON mit starkem Start ins neue Geschäftsjahr ...
Prognose für bereinigtes EBIT und bereinigten Konzernüberschuss für das Jahr 2018 bestätigt Bereinigtes EBIT und bereinigter Konzernüberschuss im ersten Quartal deutlich über Vorjahresquartal Freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zum Erwerb sämtlicher Anteile an der innogy SE unterbre
Shell Eco-Marathon 2018: Alternative Antriebe auch bei Studenten auf dem Vormarsch (FOTO) ...
Der Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben auf deutschen Straßen wächst. Treiber sind vor allem batterieelektrische Fahrzeuge. Inzwischen kommen aber auch mehr Modelle mit Brennstoffzelle auf den Markt und erhöhen die Quote. Dieser Trend spiegelt sich auch im Teilnehmerfeld des di




