Rheinische Post: Kommentar /
Mann auf Abruf
= Von Florian Rinke
ID: 1608983
weil sie wohl illegale Abschalteinrichtungen enthalten. Das heißt
auch: Knapp drei Jahre nach Bekanntwerden des Abgasskandals im
Volkswagen-Konzern ist weiterhin unklar, wie viele Modelle bei der
Tochter manipuliert wurden. Immer wieder ist es die Premiummarke, die
im Fokus steht. Längst gilt Audi als Keimzelle vieler Manipulationen.
Als Konsequenz wurde der Vorstand umgebaut. Das Gremium besteht aus
sieben Personen, fünf von ihnen sind maximal ein Jahr im Amt, einer
knapp fünf - und einer elf: Rupert Stadler. Der Audi-Chef hat all die
Turbulenzen bislang unbeschadet überstanden, auch weil sich die
Großaktionäre, die Familien Porsche und Piëch, schützend vor ihn
gestellt haben. Die Frage ist, wie lange diese Nibelungentreue noch
angebracht ist? Gegen Stadler wird zwar nicht ermittelt, er macht als
Aufklärer aber eine schlechte Figur. Wenn VW-Chef Herbert Diess den
Konzern tatsächlich "anständig" machen will, muss er als künftiger
Audi-Chefaufseher die Probleme schnell in den Griff bekommen. Zur Not
auch ohne Stadler.
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Datum: 08.05.2018 - 21:07 Uhr
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