Allg. Zeitung Mainz: Killerroboter? / Kommentar zu Bundeswehr-Drohnen / Von Markus Lachmann
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freigemacht, damit die Bundeswehr neue Drohnen vom Typ Heron TP
anschaffen kann. Das an sich ist keine Sensationsmeldung, denn seit
vielen Jahren setzt die Bundeswehr unbemannte Luftfahrtzeuge für die
Aufklärung ein. Stein des Anstoßes ist vielmehr, dass diese
Superdrohne aus Israel mit Raketen ausgerüstet werden kann. Damit die
SPD mit im Boot blieb, wird es diese Bewaffnung erst einmal nicht
geben. Doch man sollte sich nicht in die Tasche lügen.
Selbstverständlich hat die Bundeswehr das Ziel, auch Raketen mit
diesen Drohnen abfeuern zu können. Wer nun meint, dies sei der erste
Schritt hin zu einem autonomen Roboterkrieg in der Luft, sollte sich
lieber weiter Hollywood-Filme anschauen. Interessanter ist die Frage:
Könnte dies die Tür öffnen zu völkerrechtswidrigen, gezielten
Tötungen? So wie es die USA im Jemen und in Pakistan gemacht haben?
Und: Sinkt die Hemmschwelle, Menschen zu töten? Dem muss man
entgegenhalten: Das sogenannte "targeted killing" ist der Bundeswehr
gar nicht erlaubt. Mit Raketen ausgerüstete Drohnen könnten deutsche
Soldaten allerdings in Gefechten schützen. Geraten diese
beispielsweise in einen Hinterhalt, würde eine Drohne mit einem
Schuss den Soldaten wertvolle Zeit verschaffen. Die "Heron TP" kann
bis zu 48 Stunden in der Luft bleiben und ein viel besseres Bild von
Feindbewegungen zeichnen als herkömmliche Aufklärungsflüge. Das alles
spricht dafür, die Anschaffung der Superdrohnen auch mit
Waffenausrüstung zu befürworten. Eine Armee, die nichts kostet und
Blümchen in den Gewehrläufen trägt, gibt es eben nicht.
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Datum: 13.06.2018 - 19:06 Uhr
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