Allg. Zeitung Mainz: Jobs für Afrika / Kommentar von Friedrich Roeingh zur Entwicklungspolitik
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zum Trotz - veralteten Denkmustern verhaftet ist, zeigt sich nicht
nur bei der schleppenden Digitalisierung. Die Entwicklungspolitik und
im Besonderen die Afrikapolitik sind dafür ein Paradebeispiel. Das
Vokabular hat man zwar schon lange von Entwicklungshilfe auf
Entwicklungszusammenarbeit umgestellt. Erst die Flüchtlingskrise
bringt die Bundesregierung aber dazu, sich von der weitgehend
wirkungslosen staatlich gelenkten Projektarbeit wegzubewegen und mal
die Wirtschaft ranzulassen. Nur ist das mit dem Ranlassen nicht so
einfach, wenn sich China nach einem jahrzehntelang verfolgten
Masterplan nicht nur Bodenschätze unter den Nagel gerissen hat,
sondern mit dem Ausbau von Straßen, Häfen und Mobilfunknetzen in
Dutzenden afrikanischer Länder auch schon gigantische Absatzmärkte
erschlossen hat. Man muss sich diese ausbeuterische Haltung ja nicht
zu eigen machen, mit der in der Nachkriegszeit schon die USA
Südamerika geplündert haben. Investitionen in Ausbildung und
Arbeitsplätze sind aber auch im Afrika des Mobilfunkzeitalters d i e
Voraussetzungen dafür, dass Bildungsansprüche steigen und sich so
etwas wie Mittelstand herausbilden kann. Dass Investitionen auch gute
Profite abwerfen müssen, ist dabei nicht igitt. Rechtssicherheit in
den Zielländern ist allerdings elementar. Und staatliche Bürgschaften
müssen her, um das Eis zu brechen. Nach der Politik muss nun noch die
Wirtschaft erkennen, welche Chancen in der Versorgung aufbrechender
Länder in Afrika mit eher hochwertigen Ausrüstungsgütern liegen.
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Ute Siegfried-Henkel
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Datum: 31.08.2018 - 19:23 Uhr
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