Maas-Reise Türkei / medico kritisiert Normalisierung auf Kosten der Menschenrechte und warnt vor Id

Maas-Reise Türkei / medico kritisiert Normalisierung auf Kosten der Menschenrechte und warnt vor Idlib-Deal

ID: 1646374
(ots) - Die Frankfurter Hilfs- und
Menschenrechtsorganisation kritisiert die von der Bundesregierung
angestrebte Normalisierung der Beziehungen zur Türkei.

"Menschenrechte dürfen nicht zugunsten von wirtschaftlichen und
strategischen Interessen geopfert werden. Die kritische
Zivilgesellschaft in der Türkei ist weitestgehend verboten und
inhaftiert. Der Einsatz für Menschenrechte und demokratische
Beteiligung darf nicht unter Strafe gestellt werden. Dies sollte das
oberste Gebot für die Zusammenarbeit beider Staaten sein", sagt Anita
Starosta von medico international.

Beim Treffen des deutschen Außenministers mit dem türkischen
Präsidenten Erdogan und seinen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu in
Türkei müsse sich Maas für die Freilassung aller politischer Gefangen
einsetzen, auch wenn sie keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
Die lokalen medico-Partner können ihre Arbeit zzt. nur unter
schwierigsten Bedingungen fortsetzen. Die überwiegende Mehrheit der
Partnerorganisationen ist aktuell verboten, vor allem wenn sie sich
für die Rechte der kurdischen Minderheit einsetzen.

Zwar seien die Rüstungsexporte an die Türkei in diesem Jahr
zurückgegangen, eine Garantie für einen Auslieferungsstopp gibt es
bisher jedoch nicht. Beim türkischen Einmarsch im syrischen Afrin kam
auch der deutsche Leopard-Panzer in einem völkerrechtswidrigen
Einsatz zum Einsatz. Noch immer unterstützt medico die Nothelfer in
einem Flüchtlingslager von etwa 100.000 Menschen, die aus Afrin
fliehen mussten und nun obdachlos sind. "Wir fordern den Stopp aller
Rüstungsexporte in die Türkei", so Starosta und weiter: "Außerdem
muss es für die Flüchtlinge aus Afrin wieder eine Perspektive der
Rückkehr geben. Diese gibt es jedoch nur, wenn sich die Türkei und
die ihr nahestehenden Milizen, aus dem Gebiet zurückziehen."



Gegenstand der Gespräche zwischen Maas und seinem Amtskollegen
soll ebenfalls die Situation der Flüchtlinge im syrischen Idlib sein.
Sollten Assad-Truppen und Russland die Region angreifen, werden die
Hunderttausenden Binnenflüchtlinge als letzten Ausweg in die Türkei
fliehen müssen. Bisher versperrt die Türkei diese Route. Auch
medico-Partner werden am Grenzübertritt gehindert. "Die Flüchtlinge
in Idlib haben bereits brutale Kriegserlebnisse hinter sich und
brauchen einen sicheren und menschenwürdigen Aufenthaltsort jenseits
von Krieg und Verfolgung. Statt den nächsten schmutzigen
Flüchtlingsdeal mit der Türkei auszuhandeln, muss die die
Bundesregierung sich für eine Aufnahme in Europa einsetzten", so
medico-Pressesprecherin Katja Maurer.



Für Nachfragen und Interviewwünsche:

-Bernd Eichner, medico-Pressereferent: Tel. 069/94438-45 oder
presse@medico.de

Original-Content von: medico international, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Brand: Schwerer Schlag gegen die Pressefreiheit in Myanmar Deutsches Kinderhilfswerk: Verfahren in Justiz und Verwaltung kindgerechter gestalten
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 05.09.2018 - 12:07 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1646374
Anzahl Zeichen: 3133

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Frankfurt/Main



Kategorie:

Menschenrechte



Diese Pressemitteilung wurde bisher 317 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Maas-Reise Türkei / medico kritisiert Normalisierung auf Kosten der Menschenrechte und warnt vor Idlib-Deal"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

medico international (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Sturm und Kälteeinbruch auf Lesbos: Verantwortliche für Zustände in Flüchtlingslager müssen zur Rechenschaft gezogen werden ...
Die Zustände im neuen Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos sind auch vier Monate nach dem Brand in Moria desaströs. In der letzten Nacht hat ein Sturm erneut für katastrophale Zustände im Camp gesorgt, Teile des Lagers sind überschwemmt, Zelte sind durchnässt und waren zeitweise eingestürzt

Weihnachtsgrüße von Lesbos: Flüchtlinge schreiben offenen Brief an Europa ...
Selbstorganisierte Flüchtlingsgruppen aus dem neuen Lager Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos haben sich in einem Weihnachtsbrief an Europas Bürger und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gewandt. Sie beklagen die anhaltend katastrophalen Zustände im neuen Lager, das nach dem

Tag der Menschenrechte: Europa wird für Flüchtlinge zum Kontinent der Menschenrechtsverletzungen ...
Die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international hat anlässlich des Tags der Menschenrechte am morgigen 10. Dezember Europas Flüchtlingspolitik scharf kritisiert. "Menschenrechtsverletzungen sind entgegen der Rhetorik europäischer Regierungen nicht bloß ein Problem


Weitere Mitteilungen von medico international


Brand: Schwerer Schlag gegen die Pressefreiheit in Myanmar ...
Strafen für Reuters-Journalisten ungerechtfertigt - Verbrechen gegen Rohingya vor internationalem Gericht verhandeln Zwei myanmarische Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters sind am Montag zu sieben Jahren Haft wegen Landesverrates verurteilt worden. Dazu erklärt der menschenrechtspoliti

Josoor Answers: Crowdfunding für eine App zum Informationsaustausch zwischen Flüchtlingen und Freiwilligen ...
Zwtl.: Informationsproblem in der Flüchtlingskrise Die Welt erlebt momentan die größte Flüchtlingskrise der Geschichte: 68 Millionen Menschen wurden vertrieben. Zusätzlich wurden Millionen Menschen wurden als Freiwillige aktiv, um Geflüchtete zu unterstützen: 19% der Bevölkerung hilft la

Chinas christenfeindliche Politik unter Xi Jinping / Kommunismus treibt Christenverfolgung voran - Pastoren wehren sich (FOTO) ...
Mit einer gemeinsamen Erklärung haben sich 48 Pekinger Hauskirchen gegen die zunehmende Beschneidung der Religionsfreiheit durch die kommunistische Partei und Regierung in China zur Wehr gesetzt. Das berichtet das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors. Die Kirchen machen damit auch auf

Bundesregierung sollte sich in der EU für Einhaltung der Menschenrechte bei der Seenotrettung stark machen ...
Das Deutsche Institut für Menschenrechte erklärt angesichts der laufenden EU-Verhandlungen zur Aufnahme von Schutzsuchenden, die im Mittelmeer aus Seenot gerettet werden (u.a. Operation Sophia der EU): "Die Bundesregierung sollte sich bei den Verhandlungen auf EU-Ebene dafür einsetze


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z