Allg. Zeitung Mainz: Ausgebullerbüt / Christian Matz zur Wahl in Schweden
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Beobachter von der Lage in Schweden gezeichnet. Ist das Land doch
nicht nur die idyllische Heimat von Astrid Lindgren, Ikea und Abba,
sondern ist auch lange Zeit eine Bastion der Sozialdemokratie
gewesen. Märchenhafte Verhältnisse sozusagen. Den befürchteten ganz
großen Absturz für die Partei hat es mit der Wahl am Sonntag nun zwar
nicht gegeben, aber klar ist: Auch Schweden ist auf dem Weg der
fortschreitenden Groko-isierung - bei der es stabile Regierungen nur
dann gibt, wenn die großen Parteien über die großen Blöcke hinweg
zusammenarbeiten. Und die, das ist das Beunruhigende, zwangsläufig
die Parteien am Rande stärkt, weil nur noch dort "echte" Opposition
verortet wird. Was wiederum den Druck auf die Parteien der Mitte
abermals erhöht und zu deren weiterem Abschmelzen führt. Ein
Teufelskreis, der derzeit überall in Europa Populisten von links und
rechts nach oben spült, inzwischen sind auch Neonazis darunter. Nun
ist Schweden - ohne den meist sympathischen Schweden zu nahe treten
zu wollen - anders als Frankreich oder Deutschland kein Land in der
Mitte Europas, an dessen Handeln sich der Rest des Kontinents
orientiert, das quasi "systemrelevanten" Status besitzt. Dass aber
selbst in Schweden nun die Rechtspopulisten die Regierung vor sich
hertreiben können oder sogar maßgeblich über sie mitbestimmen, ist
eine ganz schlechte Nachricht für die EU vor den Europawahlen 2019.
Denn egal, vor welchen Herausforderungen der Kontinent auch steht:
Nationalismus ist die schlechteste aller Antworten.
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Datum: 10.09.2018 - 20:06 Uhr
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