Umweltverbände: Wir stehen geschlossen für einen Kohleausstieg, der seinen Namen verdient
ID: 1650453
Taifune und Hurrikane in Asien und den USA verdeutlichen noch einmal,
wie wichtig die Umsetzung unserer völkerrechtlich verpflichtenden
Klimaziele ist. Der in den letzten Tagen in der Presse diskutierte
"Kompromiss" für einen geordneten Kohleausstieg ist dafür nach
Ansicht der deutschen Umweltverbände nicht geeignet. Es kommentiert
Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbandes DNR:
"Will Deutschland seine Verpflichtungen im Klimaschutz
wissenschaftsbasiert umsetzen, muss die Kohleverstromung bis 2020
halbiert werden. Bis 2030 muss der Ausstieg aus der Kohle
weitestgehend abgeschlossen sein. Dabei gilt: Wir reden nicht über
abstrakte Zieldaten, sondern über reale Emissionsbudgets. Je
entschlossener mit dem Ausstieg begonnen wird, desto moderater
gestaltet sich deshalb das Enddatum.
Wir stehen für Verbindlichkeit. Einerseits für einen sozial
gerechten, strukturpolitisch begleiteten Kohleausstieg, andererseits
für die wissenschaftsbasierte Umsetzung der Temperaturlimits des
Pariser Klimaabkommens. Dafür braucht es die ambitionierte
zusätzliche Abschaltung von Kapazitäten. Was nun öffentlich als
"Kompromisslinie" skizziert worden ist, wäre klimapolitisch ein
Schlag ins Wasser. Ein solcher Ausstiegspfad, der lediglich einen
vorhersehbaren, marktgetriebenen Prozess beschreibt, ist für uns
inakzeptabel. Die Kohlekommission muss dem Anspruch gerecht werden,
den Klimazielen und Verpflichtungen Deutschlands gerecht zu werden.
Versuche, die Umweltbewegung zu spalten, werden scheitern. Wir
lassen uns weder von der unverantwortlichen Provokation im Hambacher
Wald auseinanderdividieren, noch werden wir uns durch angebliche
Kompromisse irritieren lassen. Geschlossen fordern wir weiterhin ein
Moratorium für die Zeit der Kommissionsarbeit und eine Rückkehr zum
Diskurs. "Reden statt Roden" muss die Leitschnur sein. Die
Umweltverbände stehen geschlossen hinter dem friedlichen Widerstand
im Hambacher Wald und unterstützen die Mobilisierung der beteiligten
Verbände für Massenproteste im Oktober.
Daher fordern wir alle beteiligten Akteure auf, sich nun endlich
auf die inhaltliche Arbeit in der Kommission zu konzentrieren. Mit
Anstand und Verstand wird ein Ergebnis herauskommen, das Klimaschutz
mit vernünftigen Perspektiven für Beschäftigung und Regionen
verbindet."
Pressekontakt:
Tina Löffelsend, BUND-Expertin für Energiepolitik,
Mobil: 0176-20067099, E-Mail: tina.loeffelsend@bund.net
bzw. Annika Natus, BUND-Pressesprecherin, Tel.: 030-27586-464,
E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net
Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.09.2018 - 15:07 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1650453
Anzahl Zeichen: 3006
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 404 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Umweltverbände: Wir stehen geschlossen für einen Kohleausstieg, der seinen Namen verdient"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BUND (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Bekanntheit wächst stetig - Mehrheit für Ausweisung als UNESCO Welterbe - Aktionstag am 3.10. bietet viele Angebote und Start neuer App Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit am kommenden Freitag (3.10.) veröffentlicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Erge
Klimaschutzprogramm fällig: Bundesregierung muss liefern / Neuer BUND-Plan für wirksames Maßnahmenpaket ...
- Klimaschutz keine Frage des Gutdünkens - verpflichtende Klimaziele in Gefahr - Bundesregierung mit Klimaschutzprogramm vor klimapolitischem Lackmustest - Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise bekannt - BUND zeigt Weg auf Die Bundesregierung steht vor ihrem klimapolitischen Lackmustest:
Bahnstrategie: Ohne starke Schiene keine Mobilitätswende ...
Im Vorfeld der Vorstellung der Bahnstrategie durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erklärt Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Ein flächendeckendes, zuverlässiges und bezahlbares Angebot auf der Schiene ist e
Weitere Mitteilungen von BUND
WEMAG nimmt erste Mehrzweck-Batteriestation in Betrieb ...
Der Schweriner Energieversorger WEMAG hat am heutigen Montag offiziell seine Batteriespeicherstation WBS 500 im mecklenburgischen Neustadt-Glewe in Betrieb genommen. Mit einer Leistung von 750 Kilowatt und einem Speichervermögen von 925 Kilowattstunden markiert dieser Prototyp eine neue Generation
Seehofers Wohngipfel: Klimaschützer und Lösungsanbieter außen vor ...
Verbände DUH, DENEFF, BuVEG, BWP und VfW kritisieren Bundesregierung für klimapolitischen Stillstand im Gebäudesektor - Energieeffizienz als Sündenbock für Kostensteigerungen beim Bau - Effizienzbranche und Umweltverbände nicht zum Wohngipfel eingeladen Immer wieder muss das Thema Ener
Mit ecodesign die Weichen für nachhaltige Produkte stellen ...
Ressourceneffiziente Produkte sind auf dem Vormarsch. Sie verbrauchen weniger Material und Energie während ihrer Nutzungszeit und sind nutzerfreundlich in der Bedienung, Wartung und Reparatur. Die Effizienz-Agentur NRW, das Kompetenzzentrum für Ressourceneffizienz in Nordrhein-Westfalen, lud am 17
EMH erschließt neue Dimension der Zählerprüfung ...
Höhere Leistung, verringerte Personalkosten: Das von EMH entwickelte, vollautomatische "Smart Test System" beschleunigt die Genauigkeitsprüfung von Elektrizitätszählern und trägt dazu bei, Lieferengpässe abzubauen. Die weltweit erste Anlage dieser Art hat sich im Einsatz bei einem as




