Bundespräsident Steinmeier bei "Deutschland spricht": Fliehkräfte wirken nicht mehr nur

Bundespräsident Steinmeier bei "Deutschland spricht": Fliehkräfte wirken nicht mehr nur in Internetforen, sondern auf offener Straße

ID: 1652702
(ots) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigt sich
angesichts der jüngsten Proteste auf deutschen Straßen besorgt: "Wir
erleben Wut und Protest auf deutschen Straßen, hin- und herfliegende
Empörungsfetzen, Hass und Gewaltausbrüche", so Steinmeier bei der
ZEIT ONLINE-Veranstaltung "Deutschland spricht", die heute in Berlin
stattfindet. "Über Echokammern und Filterblasen reden wir nun schon
recht lange, und offensichtlich wird es immer dringender,
Gegenstrategien zu entwickeln. Denn die Fliehkräfte wirken lange
nicht mehr nur in Internetforen, sondern auf offener Straße."

Die Ursachen für die Enthemmung sieht der Bundespräsident nicht
zuletzt in der digitalen Kommunikation: "Die schiere Überflutung, das
tägliche Feuerwerk von Beschimpfungen und Beleidigungen, das die
Grenze zwischen dem Sagbaren und dem Unsäglichen zusehends
verschwimmen lässt. Vor allem fürchte ich, dass das moralische
Immunsystem, wenn es so weitergeht, vollkommen überlastet ist."

Steinmeier, der Schirmherr der Aktion "Deutschland spricht" ist,
hob in seiner Rede die Bedeutung des Dialogs mit Andersdenkenden
hervor, "die Bereitschaft, sich auf ein Gegenüber einzulassen, das
andere Prägungen, andere Prämissen hat und das im allerschlimmsten
Fall vielleicht sogar recht haben könnte". Und weiter: "Es geht um
die für unsere Demokratie grundlegende Frage, wie wir die Mauern, die
zwischen unseren Lebenswelten entstanden sind, die dem
gesellschaftlichen Zusammenhalt mittlerweile für alle spürbar im Wege
stehen, (...) wieder überwinden können."

Bei der Aktion "Deutschland spricht" treffen sich heute um 15 Uhr
in ganz Deutschland mehr als 4000 Gesprächspaare mit politisch höchst
unterschiedlichen Ansichten zum Vier-Augen-Gespräch. Die Initiative
von ZEIT ONLINE ist im vergangenen Jahr entstanden. In 2018 haben


insgesamt elf Medienhäuser gemeinsam dazu aufgerufen, sich mit einem
politisch Andersdenkenden zu treffen: Chrismon und evangelisch.de,
die Deutsche Presse-Agentur, die Schwäbische Zeitung, Der Spiegel,
Süddeutsche Zeitung und SZ.de, die Südwest-Presse, tagesschau.de und
tagesthemen (ARD-aktuell), Der Tagesspiegel, t-online.de, die
Landeszeitung Lüneburg sowie DIE ZEIT und ZEIT ONLINE.

Bildmaterial zu dieser Meldung senden wir Ihnen auf Anfrage gerne
zu. Weitere Informationen zu "Deutschland spricht" finden Sie unter
www.zeit.de/deutschlandspricht



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Valerie Nebe
Referentin Unternehmenskommunikation
Tel.: 040 / 32 80 - 1323
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Datum: 23.09.2018 - 15:21 Uhr
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