BNK: Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) gefährdet das Rückgrat der kardiologischen Versor

BNK: Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) gefährdet das Rückgrat der kardiologischen Versorgung in Deutschland

ID: 1656156
(ots) - Der BNK fordert anstelle des aktuellen
Gesetzentwurfs vollständige Entbudgetierung, Förderung von
Selektivverträgen und Entbürokratisierung im Praxisalltag.

Zu dem aktuellen Kabinettsbeschluss zum Entwurf des Terminservice-
und Versorgungsgesetz (TSVG) nimmt der Bundesverband Niedergelassener
Kardiologen (BNK) Stellung: "Wenn der Entwurf zum Terminservice- und
Versorgungsgesetz so umgesetzt wird, ist die kardiologische
Versorgung ernstlich in Gefahr", erklärt Dr. Norbert Smetak,
Bundesvorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen
(BNK). "Es greift das Rückgrat der ambulanten Versorgung in
Deutschland an und liefert Patientinnen und Patienten in noch
stärkerem Maße Klinikkonzernen aus."

Die aktuelle Situation in der kardiologischen Versorgung ist schon
jetzt kritisch:

- Die niedergelassenen Kardiologen in Deutschland versorgen pro Jahr
5,2 Millionen Patientinnen und Patienten. Die Innovationen der
vergangenen 20 Jahre haben den Herzpatienten 6 Jahre mehr Leben
gebracht, d.h. auch 6 Jahre mehr kardiologische Versorgung.

- Schon jetzt arbeiten niedergelassene Kardiologen im Schnitt ca. 60
Stunden pro Woche.

- Aufgrund der Ökonomisierung der Krankenhäuser müssen die
niedergelassenen Kardiologen zunehmend Versorgungsdefizite auffangen
mit ambulanten Behandlungen, die früher ausschließlich in Kliniken
durchgeführt wurden. Ein finanzieller Ausgleich für diese
zusätzlichen Leistungen findet nicht statt.

- Aufgrund des Hausärztemangels müssen die niedergelassenen
Kardiologen gleichzeitig immer mehr grundversorgende Tätigkeiten
übernehmen. Dies leitet sich aus der zunehmenden Multimorbidität der
Bevölkerung, der schnelleren Entlassung aus den Krankenhäusern und
der wachsenden Überlastung im hausärztlichen Bereich ab.

- Moderne hochwertige Therapien in der Kardiologie benötigen höhere


Investitionen in die technische Praxisausstattung. Diese werden
zunehmend schwieriger, da die Einnahmen in den vergangenen Jahren
z.T. gar nicht, zumindest aber deutlich niedriger gestiegen sind als
die Ausgaben für den laufenden Praxisbetrieb (z.B. Personal, Mieten).

- Hygienevorschriften, Qualitätssicherungsmaßnahmen, Datenschutz,
Grundversorgung etc. sind im Einzelnen alle sinnvoll, insgesamt
bleibt dadurch aber immer weniger Zeit für den Patienten!

Der BNK fordert daher von der Politik, bessere Rahmenbedingungen
zu schaffen: weniger Bürokratie, bessere Patientensteuerung z.B. über
Selbstbeteiligungen, die Förderung von Selektivverträgen zwischen
Ärzten und Krankenkassen und genügend Finanzen für nötige
Investitionen in hochwertige Therapieformen. "Es gibt eine Lösung für
die Terminsituation der Gesetzlich Versicherten. Und die liegt in der
Entbudgetierung aller Leistungen und Qualitätswettbewerb über
Selektivverträge. Und nicht im Aufzwingen immer weiterer
Versorgungsaufgaben auf die ohnehin schon überlasteten
niedergelassenen Fachärzte. Denn damit ist vorprogrammiert, dass sich
zukünftig kein junger Kollege mehr um die ambulante Versorgung der
Patienten kümmert und das System von Klinikambulanzen
gewinnorientiert dominiert wird", erklärt Smetak.

Über den BNK e. V.

Der BNK ist der größte Kardiologenverband auf vertragsärztlicher
Ebene in Deutschland. Er hat derzeit rund 1.200 Mitglieder und
repräsentiert damit über 90 Prozent der kardiologischen Praxen. Der
Verband ging aus einer Arbeitsgemeinschaft hervor, die 1979 von knapp
100 Fachärzten gegründet wurde. Heute sind die Mitglieder des BNK auf
regionaler und Bundesebene in zahlreichen Ausschüssen,
Projektgruppen, gesundheits- und berufspolitischen Gruppierungen und
in vielen Gremien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz-
und Kreislaufforschung (DGK) aktiv. Seinen juristischen Sitz hat der
BNK in München. Weitere Informationen rund um den BNK finden Sie
unter www.bnk.de.



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Pressesprecher
BNK e. V.
Dr. med. Heribert Brück
Tenholter Str. 43a
41812 Erkelenz
Tel.: 02431.20 50
Fax:02431.76 00 3
E-Mail: presse@bnk.de

Pressebüro
LoeschHundLiepoldKommunikation GmbH
Imke Salzmann
Tegernseer Platz 7
Eingang Deisenhofener Straße 1
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Tel.: 089720 187 0
Fax: 089 720 187 20
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Datum: 02.10.2018 - 09:53 Uhr
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