NOZ: DRK-Umfrage: In 80 Prozent der Einsätze Rettungsgassen blockiert
ID: 1671971
Rettungsgassen blockiert
DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt: Diese Zahlen sind erschreckend
/ Pistorius: Notfalls über höhere Bußgelder nachdenken
Osnabrück. In 80 Prozent aller Rettungseinsätze verlieren Helfer
wertvolle Zeit, weil die Rettungsgasse durch Fahrzeuge blockiert
wird. Das geht nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" aus
einer Umfrage des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hervor. Nach Angaben
von DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin wird der durchschnittliche
Zeitverlust durch diese Behinderungen auf bis zu fünf Minuten
geschätzt. Für einen Patienten, der reanimiert werden müsse, könne
dann jede Hilfe zu spät sein. "Diese Zahlen sind erschreckend. Gerade
wenn es um Menschenleben geht, zählt jede Sekunde", sagte
DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt der "NOZ". Sie appellierte an die
Verkehrsteilnehmer, mehr Respekt gegenüber den Notfallhelfern
aufzubringen. "Notärzte und Einsatzteams retten Leben. Das sollte
sich jeder immer wieder vor Augen halten", sagte Hasselfeldt. An der
Umfrage beteiligten sich insgesamt 96 Rettungsteams des DRK aus
Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland, Niedersachsen, Berlin und
Sachsen. Zur Abschreckung sind die Bußgelder im letzten Oktober
drastisch erhöht worden. Eine Rettungsgasse zu blockieren kann 320
Euro maximal plus Fahrverbot kosten. Niedersachsens Innenminister
Boris Pistorius (SPD) ist damit nicht zufrieden. "Sollten wir
feststellen, dass wir mit der jetzigen Höhe der Bußgelder nicht die
erhoffte Wirkung erreichen, müssen wir über weitere Erhöhungen
nachdenken. Andere europäische Länder wie beispielsweise Österreich
sehen sogar Sanktionen bis zu 2180 Euro vor", sagte Pistorius der
"NOZ".
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Datum: 20.11.2018 - 01:00 Uhr
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