neues deutschland: Kommentar zu Vonovias Verzicht auf energetische Sanierungen: Markt statt Klimaschutz
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Gebäudesanierung ist gut für den Klimaschutz, sie senkt die
Heizkosten und die Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Und die
Bundesbürger sind in der großen Mehrheit Anhänger von
Klimaschutzmaßnahmen.
Doch warum streicht der Wohnungskonzern Vonovia dann seine
Sanierungspläne unter Verweis auf eine »dramatisch zurückgegangene«
gesellschaftliche Akzeptanz zusammen? Die Erklärung liegt darin, dass
die Regierung Klimaziele anpeilt und es den Markt dann weitgehend
richten lässt. Oder wie es im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz
heißt: Es gehe darum, »Energieeffizienz als Rendite- und
Geschäftsmodell zu etablieren«. Sprich: Sanierung muss sich richtig
lohnen. Tut sie auch, da die Kosten den Mietern übergeholfen werden,
obwohl die Eigentümer von den Wertsteigerungen der Immobilien
profitieren.
Daher richtet sich der Protest gegen exorbitant steigende Mieten
auch gegen teure Sanierungen. Gut so, müsste man sagen - wäre da
nicht die Sache mit dem Klimawandel, den niemand ignorieren kann.
Dieser Widerspruch lässt sich nur lösen, wenn der Staat endlich die
Gebäudesanierung steuerlich fördert, die Modernisierungsumlage senkt,
strengere Vorschriften für die Erfüllung von
Energieeffizienzstandards beschließt und für mehr öffentliches
Wohneigentum sorgt.
Die Alternative ist klar: Konzerne machen, was sie wollen. So ist
das, wenn man den Klimaschutz dem Markt überlässt.
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Datum: 06.12.2018 - 17:52 Uhr
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