Deutsches Kinderhilfswerk: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes für Kinder völlig unzureichend

Deutsches Kinderhilfswerk: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes für Kinder völlig unzureichend

ID: 1683318
(ots) - Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert die
Bundesregierung auf, für die Bekämpfung der Kinderarmut in
Deutschland endlich grundlegende Reformschritte in die Wege zu leiten
und ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Dazu
braucht es aus Sicht der Kinderrechtsorganisation im Rahmen einer
Gesamtstrategie ein Bundeskinderteilhabegesetz, das Kinder und
Jugendliche einerseits materiell absichert und zugleich eine
nachhaltige soziale Infrastruktur gewährleistet. Die zum 1. Januar
2019 vorgesehene Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes für Kinder und
Jugendliche um fünf bzw. sechs Euro ist nach Ansicht des Verbandes
angesichts des nachhaltigen Problems der Kinderarmut in Deutschland
nicht mal mehr ein Tropfen auf den heißen Stein.

"Durch ein Bundeskinderteilhabegesetz könnten arme Kinder und
Jugendliche in Deutschland besser erreicht werden und die ihnen
zustehenden Sozialleistungen auch tatsächlich in Anspruch nehmen. Ein
Gesetz, das auf der einen Seite transparent Rechtsansprüche auf
Förderung und Teilhabe sicherstellt und auf der anderen Seite regelt,
wie die Kommunen vom Bund finanzierte infrastrukturelle Bildungs- und
Teilhabeleistungen vor Ort umsetzen, könnte armutsbetroffene Kinder
und Jugendliche nachhaltig aus der Armutsfalle herausführen. Es darf
nicht vom Wohnort abhängen, ob arme Kinder und Jugendliche gut
versorgt und gefördert werden. Der föderale Flickenteppich der
regionalen Armutsbekämpfung muss mit einer bundesweiten
Gesamtstrategie beendet werden. Sofern eine Änderung des
Grundgesetzes zur wirkungsvollen Umsetzung eines solchen Vorhabens
notwendig ist, sollte diese zügig in Angriff genommen werden", betont
Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Das Deutsche Kinderhilfswerk begrüßt es sehr, dass die
Bundesregierung mit dem Referentenentwurf für ein


"Starke-Familien-Gesetz" armutsbetroffene Kinder und Jugendliche
stärker in den Blick nehmen will. "Aber leider bleiben die
vorgesehene Reform des Kinderzuschlags und die beabsichtigen
Änderungen des Bildungs- und Teilhabegesetzes auf nicht einmal halber
Strecke stehen. Ein generelles Manko bleibt beispielsweise, dass der
Kinderzuschlag weiter zu kompliziert bleibt, und eine automatische
Auszahlung nicht in Angriff genommen wird. Beim Bildungs- und
Teilhabegesetz beschränken sich die Reformen nur auf den schulischen
Bereich, der Freizeitbereich und andere Förderungs- und
Teilhabemöglichkeiten wie Sportvereine oder Musikschulen bleiben
außen vor. Hier wünschen wir uns mehr Mut von der Bundesregierung für
einen großen Wurf bei der Armutsbekämpfung von Kindern und
Jugendlichen. Dazu gehören auch eine entsprechende Priorisierung der
finanziellen Mittel in der Familienförderung insbesondere armer
Familien und ein Ende der bisherigen komplizierten
Beantragungsprozeduren und komplexen Anrechnungsregelungen für
Leistungen, auf die Kinder und Jugendliche ein Anrecht haben", so
Krüger weiter.

Langfristig tritt das Deutsche Kinderhilfswerk für die Einführung
einer bedarfsgerechten Kindergrundsicherung nach dem Modell des
Bündnisses KINDERGRUNDSICHERUNG ein, die den bestehenden
Familienlastenausgleich ablöst, bestehende kindbezogene Leistungen
bündelt und das soziokulturelle Existenzminimum von Kindern
unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Familie, der
Familienform und dem bisherigen Unterstützungssystem bedarfsgerecht
gewährleistet.



Weitere Informationen und Rückfragen:
Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-308693-93
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de und www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de

Original-Content von: Deutsches Kinderhilfswerk e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  2018: Starke Umweltbewegung, zögerliche Bundesregierung rbb exklusiv: Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus: Attraktive Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte notwendig
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 27.12.2018 - 10:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1683318
Anzahl Zeichen: 4178

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Bundesregierung



Diese Pressemitteilung wurde bisher 491 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Deutsches Kinderhilfswerk: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes für Kinder völlig unzureichend"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsches Kinderhilfswerk e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Deutsches Kinderhilfswerk: Zukunftsinvestitionen für eine generationengerechte Politik statt wahlloser Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe ...
Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert im Vorfeld des heutigen Koalitionsausschusses an die Bundesregierung, nachhaltige Maßnahmen für eine generationengerechte Gesellschaft auf den Weg zu bringen. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation braucht es dringend strukturelle und finanzielle Investition

Deutsches Kinderhilfswerk: Kinderrechte von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt stärken ...
Das Deutsche Kinderhilfswerk hofft nach der heutigen Veröffentlichung der Handlungsempfehlungen der Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" auf konkrete und verbindliche Schritte zur Stärkung der Rechte von Kindern sowie eine konsequente Strategie zur Förderu

Deutscher Kinder- und Jugendpreis 2026: Gewinner kommen aus Dresden, Hannover und Obershausen (Hessen) ...
Projekte aus Dresden, Hannover und Obershausen (Hessen) sind mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes ausgezeichnet worden. Damit können sich die Gewinnerinnen und Gewinner über ein Preisgeld in Höhe von je 6.000 Euro freuen. Mit dem Preis werden Projekte gewürdi


Weitere Mitteilungen von Deutsches Kinderhilfswerk e.V.


2018: Starke Umweltbewegung, zögerliche Bundesregierung ...
Der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, zieht eine aus umweltpolitischer Sicht ernüchternde Bilanz für das Jahr 2018. Für 2019 fordert der BUND von der Bundesregierung ein wirksames, eigenständiges Klimaschutzgesetz. "Es hat uns sehr ge

Ordnungspolitisches Foul 2018 / Rentenpaket der GroKo ist Ordnungspolitisches Foul des Jahres ...
Das Rentenpaket der Großen Koalition ist das ordnungspolitische Foul des Jahres 2018. Dies entschied eine unabhängige Jury, zu der auch ifo-Präsident Clemens Fuest und HWWI Direktor Hennig Vöpel gehören. Begründung: Das Fixieren des Rentenniveaus auf 48 Prozent und die Ausweitung der M

DEB-Geschäftsführer Ove Burmeister im Interview mit Dr. Manuela Diehl über die Herausforderungen in der Solar-Branche ...
Im Interview mit der Journalistin und Moderatorin Dr. Manuela Diehl, spricht DEB Deutsche Energie Beratung-Geschäftsführer Ove Burmeister über die Herausforderungen in der Photovoltaik-Branche. Manuela Diehl: Herr Burmeister - Sie sind Gründer und Geschäftsführer der DEB, der Deutsc

PM 29/2018 BDI: Innovationsindikator 2018: Deutschland auf Platz vier von 35 Staaten - und der Abstand zur Spitze wächst ...
Innovationsindikator 2018: Deutschland auf Platz vier von 35 Staaten - und der Abstand zur Spitze wächst - Schweiz verliert nach 13 Jahren die Führung an Singapur - Industrie für mehr Investitionen in digitale Infrastruktur und Anwendungen von künstlicher Intelligenz - Deutschla


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z