FZ: Gefährliche Ignoranz
Kommentar der "Fuldaer Zeitung" (Mittwochausgabe) zur Bundeswehr:
ID: 1691688
weißen Hosenanzug die Truppe besucht. Sie kann auch kämpfen - für
ihre Karriere, an deren Höhepunkt sie vermutlich das Kanzleramt sah.
Ihr Kampf für eine schlagkräftige Bundeswehr hat entweder gar nicht
stattgefunden oder wurde ohne Einsatz geführt. Die
Verteidigungsministerin steht nach fünf Jahren vor einem
Scherbenhaufen: Unterbesetzung und Überorganisation gehen einher mit
einer mangelhaften Ausrüstung und einem unfähigen
Verwaltungsmanagement. Gleichzeitig aber wurden für externe Berater
viele Millionen ausgegeben. Die Moral der Truppe ist am Boden, ihre
Entfremdung zur Verteidigungsministerin besteht weiter und in der
inneren Struktur der Bundeswehr gibt es Probleme von Sexismus, auch
rechtsradikale Netzwerke werden vermutet. Kein Wunder also, dass der
Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels die Lage der Bundeswehr als
äußerst kritisch ansieht. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes,
André Wüstner, erkennt gar den "schlechtesten Zustand der
Streitkräfte seit 1990". Ursula von der Leyen sieht dagegen die
Bundeswehr auf dem richtigen Weg und der Generalinspekteur, Eberhard
Zorn, sieht keinen Grund zur Panik. Bislang wurde der richtige Weg
offenbar nicht konsequent beschritten, und auf die Panik muss man
nicht warten, bis es ernst wird. Hier wird nicht nur das Versagen von
der Leyens deutlich, hier zeigt sich auch eine unglaubliche Ignoranz
der deutschen Politik ganz allgemein. Vielleicht befindet sich Europa
schon zu lange in einem scheinbar stabilen Friedenszustand. Wer
allerdings die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin
verfolgt, der kann sich vorstellen, dass Frieden keine
Selbstverständlichkeit ist. Schon gar nicht, wenn er über Jahrzehnte
von den USA gesichert wurde, deren unberechenbarer Präsident jetzt
zur Isolierung seines Landes neigt, während Europa gleichzeitig zu
zerfallen droht. Da muss man Donald Trump ausnahmsweise einmal recht
geben, wenn er vor allem die Deutschen mahnt, ihre Wehrhaftigkeit mit
höheren Investitionen zu verstärken. Deutschland geht es unter den
hochverschuldeten Ländern dieser Erde am besten, aber für eine
effiziente Verteidigung investiert es zu wenig. Auch wenn die
Streitkräfte nur zur Abschreckung dienen sollen, mit einem wehrlosen
Bürokratiemonster kann nicht einmal das gelingen.
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Datum: 29.01.2019 - 18:32 Uhr
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Dreist und wenig wirksam / Kommentar der "Fuldaer Zeitung" (Samstag, 18. April, zu den angekündigten Reformen der Bundesregierung ...
Quantitativ hat die Bundesregierung in dieser Woche wahrscheinlich mehr geliefert als in den Monaten zuvor: Entlastungsbeschlüsse wegen der hohen Energiepreise, Lockerungen beim Verbrenner-Aus, Einigung auf eine Einkommensteuerreform, ja sogar ein Gesundheitsreförmchen ist nun geplant. Nach den qu
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