Verbraucher haben wenig Vertrauen in die Sicherheit von Smart Home

Verbraucher haben wenig Vertrauen in die Sicherheit von Smart Home

ID: 1693653
(ots) - +++ 68 Prozent der Nutzer haben kein Vertrauen in
die eingebauten Sicherheitsfunktionen der Geräte +++ Große Mehrheit
sieht eine Mitverantwortung bei den Nutzern +++ Mehr Sicherheit durch
unabhängige Prüfungen +++ Tipps für Sicherheit im Smart Home

Die deutschen Verbraucher machen sich Sorgen um die Sicherheit im
Smart Home: Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des
TÜV-Verbands haben 68 Prozent der Nutzer von Smart Home Produkten in
Deutschland kein Vertrauen in die eingebauten
IT-Sicherheitsfunktionen der Geräte. "Immer wieder sorgen Berichte
über leicht angreifbare Smart-Home-Geräte für Verunsicherung bei den
Verbrauchern", sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des
TÜV-Verbands, anlässlich des Safer Internet Day. Die Hersteller
sollten einen besseren Schutz durch verschlüsselte Kommunikation,
regelmäßige Updates und sichere Kennwörter gewährleisten. Bühler:
"Die eigenen vier Wände werden immer smarter und wir müssen sie vor
digitalen Einbrechern schützen." Allerdings seien dafür nicht nur die
Hersteller verantwortlich. Laut Umfrage sind sich 77 Prozent der
befragten Smart-Home-Nutzer darüber im Klaren, dass sie eine
Mitverantwortung tragen und sich auch selbst um die Sicherheit der
Geräte kümmern müssen. Breite Unterstützung bekommen auch Pläne der
Bundesregierung, die Nutzer bei ihrer Kaufentscheidung zu
unterstützen und besonders sichere Produkte zu kennzeichnen. 80
Prozent der Smart-Home-Nutzer würden sich sicherer fühlen, wenn die
IT-Sicherheit vernetzter Geräte vor Angriffen durch eine unabhängige
Stelle geprüft würde. Bühler: "Wir brauchen bei Smart-Home-Geräten
einheitliche Sicherheitsstandards, deren Einhaltung von unabhängiger
Stelle überprüft und mit einem entsprechenden Prüfzeichen
dokumentiert wird."

Schwache Sicherheitsfunktionen im Smart Home können Angreifer


nutzen, um sensible Daten abzugreifen, Betrugssoftware einzuschleusen
oder die Bewohner zu überwachen. Zudem können ungesicherte Smart Home
Komponenten leicht Teil eines Botnetzes werden. Der TÜV-Verband gibt
Hinweise, was Verbraucher bei Kauf und Installation von Smart Home
Geräten beachten sollten.

Sichere Passwörter

Viele Smart Home Produkte werden immer noch mit einem
voreingestellten Kennwort ausgeliefert, das bei allen Geräten gleich
ist. Diese Passwörter sollten Verbraucher bei der Inbetriebnahme
unbedingt ändern. Tipps für starke und gut zu merkende Passwörter
gibt es beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik oder
bei der Initiative Deutschland sicher im Netz.

Verschlüsselte Kommunikation

Die Datenübertragung zwischen den einzelnen Komponenten im Smart
Home sollte verschlüsselt erfolgen. Nur so kann eine sichere
Kommunikation zwischen dem eigentlichen Smart Home Gerät, dem Router
im heimischen Netzwerk und der Steuerung per Smartphone-App oder im
Browser gewährleistet werden.

Regelmäßige Updates

Aktuelle Software ist eine zentrale Voraussetzung für die
Sicherheit im Smart Home, weil mit den Updates sicherheitskritische
Lücken geschlossen werden. Vor allem die so genannte Firmware sollte
immer auf dem neuesten Stand sein, weil mit den Updates auch
Sicherheitslücken geschlossen werden. Bereits beim Kauf eines Geräts
sollten sich Verbraucher informieren, wie sie Software-Updates
durchführen können. Die Spanne reicht von automatischen Updates, von
denen der Kunde gar nichts merkt, bis zu komplizierten
Aktualisierungsverfahren bei denen der Kunde eine Vielzahl von
Handgriffen durchführen muss. Zudem sollten sich Nutzer erkundigen,
wie lange der Hersteller Sicherheits-Updates für das jeweilige
Produkt garantiert.

Offener Internetzugang

Verbraucher sollten bei der Einrichtung ihres Heimnetzwerkes die
Router-Firewall sicher konfigurieren. Dazu gehören ein guter
Passwortschutz, eine WPA2-Verschlüsselung des WLAN und die
Deaktivierung des Fernzugriffs. Zudem sind auch beim Router
regelmäßige Updates Pflicht, was manchmal auch der Internetanbieter
übernimmt. Dann sollten Nutzer entscheiden, welche smarten Geräte in
ihrem Haushalt mit dem offenen Internet verbunden werden sollen und
welche nicht. Die Verbraucher sollten hier mehr Komfort gegen das
eigene Sicherheitsinteresse abwägen. Eine weitere Möglichkeit besteht
darin, ein separates WLAN ohne Verbindung zum offenen Internet für
ausgewählte Smart Home Geräte einzurichten.

Besserer Datenschutz

Verbraucher sollten sich darüber informieren, welche Daten im
Smart Home gesammelt und verarbeitet werden. Das gilt für alle
Geräte, aber insbesondere für intelligente Lautsprecher, die mit
Mikrofonen ausgestattet sind, um Sprachbefehle auszuführen. Vorsicht
ist geboten, wenn personenbezogene Daten unverhältnismäßig lange
gespeichert werden oder für Zwecke genutzt werden, die für die
Nutzung des jeweiligen Geräts oder Dienstes notwendig sind.



Pressekontakt:
Maurice Shahd
Pressesprecher
Verband der TÜV e.V. (VdTÜV)
Friedrichstraße 136 | 10117 Berlin
T +49 30 760095-320
presse@vdtuev.de, www.vdtuev.de

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Datum: 05.02.2019 - 08:00 Uhr
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