Die Zukunft des Unterrichts erleben / didacta 2019 in Köln: Universität des Saarlandes und Didacta Verband präsentieren digitale Innovationen
ID: 1696242
das Lehren und Lernen. Durch eine produktive und kreative Verbindung
von analogen und digitalen Bildungsangeboten können Pädagogen neue
Lerngelegenheiten kreieren. Die Universität des Saarlandes und der
Didacta Verband der Bildungswirtschaft unterstützen sie dabei.
Die Universität des Saarlandes und der Didacta Verband der
Bildungswirtschaft kooperieren seit zwei Jahren. Gemeinsam setzen sie
sich dafür ein, die digitale Kompetenz der Fach- und Lehrkräfte zu
stärken. Regelmäßig informieren die Partner über bedarfsorientierte
digitale Angebote und pädagogisch-didaktische Konzepte für die
Bildung in der digitalen Welt. Auf der didacta 2019 in Köln
präsentieren sie, in Kooperation mit der Universität Osnabrück, die
Ausstellung "Digitale Innovationen". Die Besucher*innen können 18
Lern-Prototypen selbst ausprobieren und testen. So erleben sie
beispielsweise, wie mithilfe von VR (Virtual Reality - Virtuelle
Realität) und AR (Augmented Reality - Erweiterte Realität)
Lernszenarien entstehen, die im Unterricht sonst nicht möglich wären:
Sie können die Grabkammer der ägyptischen Königin Nefertari erkunden,
in einer begehbaren Rakete durch den digital animierten Weltraum
fliegen oder den Tank einer komplexen Landmaschine reparieren.
Verantwortlich für die Ausstellung sind Professor Julia Knopf von
der Universität des Saarlandes und Professor Oliver Thomas von der
Universität Osnabrück. "Die digitalen Medien eröffnen völlig neue
Möglichkeiten für das Lernen entlang der lebenslangen Bildungskette.
Wir müssen sie nur sinnvoll einsetzen", sagt Julia Knopf. Die
Didaktikerin und Spezialistin für digitale Lehr- und Lernangebote
leitet an der Universität des Saarlandes das Forschungsinstitut
Bildung Digital (FoBiD) und entwickelt neue Methoden, um Wissen durch
den Einsatz digitaler Medien geschickt zu vermitteln. Mit dem
Professor für Wirtschaftsinformatik Oliver Thomas hat sie das
Unternehmen Didactic Innovations in Saarbrücken gegründet. Dort
gestaltet ein interdisziplinäres Team aus Didaktikern und
Informatikern innovative Aus- und Weiterbildungsszenarien für
Unternehmen. Moderne Lehr- und Lernformate werden zu einer neuen
Verbindung aus Didaktik und Technologie designt. "Es geht uns um die
Entwicklung von Konzepten zur Digitalisierung der Aus- und
Weiterbildung, die zur nachhaltigen Verbesserung interner Prozesse
führen und den Einsatz modernster Technologien ermöglichen.", betont
Oliver Thomas, Experte für Digitalisierung in der beruflichen Aus-
und Weiterbildung.
"Es gibt nicht die eine digitale Patentlösung für alle Fälle. So
funktioniert digitale Bildung nicht. Vielmehr ist es wichtig, die
Angebote in ein didaktisches Konzept einzubetten und für
unterschiedliche Fächer, Branchen und Altersstufen zuzuschneiden",
erklärt Julia Knopf. "Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit von
Didaktikern und Informatikern wichtig. Solche Beispiele aus allen
Phasen der lebenslangen Bildungskette vom Kindergarten bis zur
Weiterbildung zeigen wir auf der Messe. Wir decken die frühkindliche
Bildung, alle Stufen der Schule, Hochschule sowie die berufliche Aus-
und Weiterbildung ab", sagt sie.
Unter dem Motto Weltall stehen digitale Angebote für
Kindergartenkinder: Die Besucher können an einer interaktiven
Kletterwand fremde Welten erkunden und dabei motorische Fähigkeiten
erproben. Oder sie reisen in einer begehbaren Rakete durch den
digital animierten Weltraum und gestalten Planeten. Mathematische
Fähigkeiten trainieren sie, indem sie Weltraum-Monster nach Vorgaben
zusammenbauen: Zählen sie richtig, bewegt sich das Monster zur
Belohnung.
Ein Märchenwald ist Schauplatz der Lernangebote für
Grundschulkinder. Für das Fach Deutsch scannen die Besucher mit dem
Tablet Bilder auf einer Fototapete und lösen anschließend
verschiedene Aufgaben: etwa indem sie Märchenfiguren
Charaktereigenschaften zuordnen oder einem Märchenschüler helfen,
typische Sätze aus Märchen zu erkennen. Im Fach Mathematik lernen die
Besucher mithilfe von AR spielerisch geometrische Formen und Figuren
kennen.
Ältere Schüler der Sekundarstufe können sich sportlich und
interaktiv im Dschungel aufwärmen, im Fach Geschichte auf virtuelle
Exkursion gehen - hier in die Grabkammer der ägyptischen Königin.
Oder sie begeben sich zum Sprachenlernen auf Reisen, besuchen
Sehenswürdigkeiten und absolvieren verschiedene interaktive Übungen.
Auch zur beruflichen Aus- und Weiterbildung können die Besucher
verschiedene Lernformate ausprobieren. Prototypen zeigen etwa, wie
der technische Kundendienst durch eingeblendete 3D-Objekte und
Informationen bei der Arbeit unterstützt werden kann oder wie in der
Logistik Mitarbeiter mit der Datenbrille geschult, Fehlerquoten
reduziert und Logistikprozesse verbessert werden können. VR- und
AR-Anwendungen ermöglichen Lernszenarien, die in der Realität
unmöglich wären: So können die Besucher selbst den Tank einer
komplexen Landmaschine reparieren oder auf einer virtuellen
"Slackline" das reale Balancieren üben: Ein interaktives
Assistenzsystem simuliert den Seiltanz über den flachen Nylongurt.
Schließlich wird eine weitere Neuheit vorgestellt: PiAd - eine
innovative Plattform, die individualisierte Lernangebote für die
berufliche Aus- und Weiterbildung zur Verfügung stellt. Die Angebote
verbinden innovative Lernformate mit fachspezifischen Inhalten und
motivieren die Nutzer zum selbstbestimmten Lernen.
"Die Ausstellung 'Digitale Innovationen' veranschaulicht, wie
analoge und digitale Lernangebote kreativ und produktiv miteinander
verbunden werden können. So kann es gelingen, kindliche Lernprozesse
und die digitale Kompetenz von Anfang an zu stärken. Die Kooperation
mit der Universität des Saarlandes macht diese zukunftsweisenden
Entwicklungen für die Besucherinnen und Besucher der didacta
erlebbar", sagt der Präsident des Didacta Verbands, Professor
Wassilios Fthenakis.
Weitere Infos unter:
- http://www.deutschdidaktik.uni-saarland.de/
- https://fobid.org/
- http://ots.de/4k2gVU
- https://didactic-innovations.de
Pressekontakt:
Prof. Dr. Julia Knopf
Forschungsinstitut Bildung Digital
Tel.: 0681 302- 70082
E-Mail: julia.knopf@mx.uni-saarland.de
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Datum: 13.02.2019 - 11:00 Uhr
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