neues deutschland: Kommentar zum Anstieg rechter Gewalt: Empörung reicht nicht
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Gewalt, wieder hat es mehr rassistische, homophobe und antisemitische
Diskriminierungen und Angriffe gegeben. Wieder ist Empörung angesagt,
Medien berichten, Leser*innen sind entrüstet ob dieser Gewalt in
Deutschland - und in drei Tagen ist das Thema dann verschwunden. So
wie auch in den letzten Jahren, wenn die Zahlen stiegen. Dabei sollte
man sich etwas von dieser Entrüstung aufheben, die man beim Lesen
neuester Zahlen der Opferberatungsstellen für Betroffene rechtsextrem
motivierter Gewalt empfindet. Und sie mit in den Alltag nehmen. Mal
nicht lachen, sondern etwas entgegnen, wenn Kolleg*innen rassistische
Witze machen. War doch nicht böse gemeint? Das sagen diejenigen, die
nie zu einer Beratungsstelle gehen müssen, weil sie keine Merkmale an
sich haben, welche andere dazu veranlassen, sie auszuschließen oder
gewalttätig anzugehen. Oder in der Familie doch dem Cousin sagen,
dass seine Sprüche deplatziert sind. Genauso in der U-Bahn
einschreiten, wenn eine weiße Seniorin eine schwarze Mutter und ihre
Kinder beschimpft. Wer mag, kann bei Politiker*innen im jeweiligen
Landtag anfragen, wie viel Geld eigentlich die Opferverbände erhalten
und ob das nicht mehr sein könnte. Da und in Alltagssituationen muss
sich etwas ändern, damit die Übergriffe abnehmen und Mitmenschen in
Ruhe gelassen werden. Alle sind dabei gefragt, alle sind
verantwortlich.
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Datum: 02.04.2019 - 18:11 Uhr
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