Kölnische Rundschau: zum Mordfall Walter Lübcke
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Raimund Neuß zum Mord an Walter Lübcke Also doch. Der Mord an
Walter Lübcke hat vermutlich einen rechtsextremistischen Hintergrund.
Das hat der Generalbundesanwalt jetzt mitgeteilt, nachdem die
Ermittler lange im persönlichen Umfeld des Ermordeten gesucht hatten.
Der Kasseler Regierungspräsident und frühere CDU-Parlamentarier ist,
wenn man die zurückhaltende Zählung des Bundeskriminalamts fortführt,
seit 1990 das 84. Opfer eines rechtsextremistischen Mordanschlags.
Eine Terrorgruppe im Hintergrund hat die Bundesanwaltschaft nicht
finden können. Aber es gibt einen tiefbraunen Bodensatz, in dem der
mutmaßliche Täter sich offenbar bewegte. Zur Hassfigur wurde Lübcke
aber nicht nur für ausgemachte Rechtsextremisten, sondern bis weit in
die AfD hinein. Seinen denkwürdigen Auftritt von 2015 hat seine
frühere Parteifreundin Erika Steinbach, heute AfD-Sympathisantin, in
diesem Frühjahr erneut, übel verzerrt, auf Facebook erwähnt. Mit den
Folgen will sie natürlich nichts zu tun haben. Was hatte Lübcke
wirklich gesagt? Als ausländerfeindliche Krakeeler über diesen
"Scheiß Staat" herzogen, hatte er sie daran erinnert, dass es jedem
freisteht, unseren Staat zu verlassen, wenn er seine Werteordnung
nicht billigt. Die Werteordnung unseres Staates: Das ist der Punkt.
Die Hetze gegen einen im besten Sinne konservativen Politiker und der
Mord an ihm richteten sich gegen unseren Staat als solchen. Der
AfD-Funktionär aus Dithmarschen etwa, der Lübcke posthum verhöhnte,
griff damit diesen Staat als Ganzes an. Und eine Partei, die diesen
Mann nicht ausschließt, zeigt, dass mit ihr kein Staat zu machen ist.
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Datum: 17.06.2019 - 18:58 Uhr
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